Am kommenden Freitag, 11. September, ist der Opernsänger und Entertainer Gunther Emmerlich für eine festliches Kirchenkonzert in der Oschersleber Nicolaikirche zu Gast. Volksstimme-Mitarbeiter Manuel Schulz sprach mit ihm vorab am Telefon über den Auftritt.

Volksstimme : Guten Tag Herr Emmerlich, die Bodestadt freut sich darauf, Sie bald für ein Konzert begrüßen zu dürfen. Kennen Sie Oschersleben eigentlich persönlich ?
Gunther Emmerlich : Ja, ich war schon dort. Ich bin sogar schon einmal auf der Rennstrecke einige Runden im Kreis gefahren.

Volksstimme : Und es war die erste und letzte Fahrt …
Gunther Emmerlich : Es war schon interessant, aber ein Hobby von mir wird es nicht. Ich bin auch aus dem Alter raus, wo man stets die Geschwindigkeit übertreten will.

Volksstimme : Ihr Programm ist als " Festliches Kirchenkonzert " angekündigt. Bezieht sich dieses vorrangig auf den Veranstaltungsort oder wird die Auswahl der Stücke von Musik christlicher Tradition geprägt sein ?
Gunther Emmerlich : Beides. Ich trete in einer Kirche auf und weiß auch was in einer solchen zu erklingen hat. Ich bin mit Ludwig Güttler befreundet und dieser schenkte mir einmal einen Satz Noten und wir haben das gemeinsam praktiziert. Das hat uns so viel Freude bereitet, dass ich mich danach um eigene Programme gekümmert habe. Es wird also sowohl Jahrhunderte alte Kirchenmusik Bachs, Händels und Mendelsohns wie auch Gospels zu hören geben. Zwischendurch werde ich zudem einige Geschichten über Luther, Bach und andere Komponisten erzählen, was durchaus unterhaltsam werden darf. Ich glaube es sollte in einer Kirche ernsthaft aber nicht immer zu ernst zugehen. Manchmal, denke ich, haben wir damit Schwierigkeiten.

Volksstimme : Das ist das, was ich von Austauschstudenten kenne, die mir bei ihrer Rückkehr aus den USA sagen : Wir haben einen Gottesdienst in einer hauptsächlich von Farbigen bevölkerten Gemeinde besucht und alles war so lebensfroh …
Gunther Emmerlich : Ja, aber nicht nur dort. Ich kenne das auch aus Frankreich : Da fasste man sich während des Gottesdienstes an die Hand und sang gemeinsam beschwingt die Lieder. Es wirkte alles entspannter und fröhlicher. In Deutschland bekomme ich manchmal wirklich ein merkwürdiges Gefühl, wenn zum Beispiel zu Weihnachten von der " frohen Botschaft " die Rede ist und man gleichzeitig das Gefühl bekommt, man befände sich hierzulande irgendwo in einer Diaspora.

Volksstimme : Darf man bei so einem Spektrum an musikalischer Vielfalt, das Sie vertreten, eigentlich auch ein Lieblingsgenre haben ?
Gunther Emmerlich : Sie können sich vorstellen, dass ich diese Frage schon häufi g beantworten durfte. Ich kann nur sagen : Immer etwas anderes zu tun, macht mir Spaß. Wir geben jetzt zum Beispiel fünf Konzerte dieser Art, dann geht es mit der Semper House Band weiter, es folgen Aufzeichnungen fürs Fernsehen und Arbeiten am Theater. Die Vielfalt bereitet mir Freude.

Volksstimme : Apropos Vielfalt : Sie sind mittlerweile auch Buchautor, haben 2007 eine Lektüre mit dem Titel " Ich wollte mich mal ausreden lassen " auf den Markt gebracht. Kommen Sie sonst von sich aus nicht dazu oder lässt Sie keiner ?
Gunther Emmerlich : Das ist natürlich ironisch gemeint. Papier ist ja auch geduldiger als jeder Journalist. ( lacht ) Da hast du in einem Interview immer nur fünf Minuten Zeit um alles zu erklären und nur dir gestellte Fragen zu beantworten. Beim Schreiben aber konnte ich einfach mal erzählen wie es mir beliebt – was ja auch einer Art von eigener Aufarbeitung gleichkommt. Es sind Begebenheiten aus meinem Leben, niedergeschrieben in 29 Geschichten. Ich habe da richtig Freude dran gefunden.

Volksstimme : Wird man am Freitag Anekdoten daraus hören ?
Gunther Emmerlich : Garantiert nicht. Das weiß ich zu trennen. Ich werde irgendwann vielleicht noch mal mit einer Lesung nach Oschersleben kommen, aber an diesem Abend steht die Musik im Vordergrund.

Volksstimme : Dass heißt, die angekündigten Geschichten zwischen den musikalischen Darbietungen beziehen sich auf die vorhin genannten Anekdoten zu den historischen Persönlichkeiten ?
Gunther Emmerlich : Genau. Es geht dabei um Glauben und Musik im Glauben – wobei auch das unterhaltsam sein kann.