Wanzleben ( skr ). Nach dem sich die Schüler der Klassenstufen 7, 9 und 10 an mehreren Projekttagen unter verschiedenen Fragestellungen mit der Geschichte der DDR vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auseinandergesetzt hatten, konnten die Ergebnisse nun klassenstufenweise präsentiert, begutachtet und bestaunt werden. Dass alle Schüler mit großem Interesse und mit wissbegierigem Eifer an der Projektarbeit beteiligt waren, davon zeugte die Ausstellung der vielfältigen Projektergebnisse in der Aula des Gymnasiums, in welcher auch die Präsentation stattfand.

Die Siebentklässler wussten viel Interessantes über den Alltag in der DDR zu berichten, hatten sie doch zuvor Fotos, Dokumente, Alltagsgegenstände und Modisches aus DDR- Zeiten gesammelt und über deren Geschichte recherchiert, Umfragen und Gespräche mit Zeitzeugen geführt und ausgewertet. So gelang es ihnen, ihren Zuhörern einen kleinen anschaulichen Einblick in Leben und Wohnen, Schule, Ferien und Freizeit, Erziehung, Ausbildung und Arbeit sowie Kleidung in der DDR zu vermitteln. Höhepunkt der Präsentation war eine Modenschau, in der sie zeigten, was als modisch galt - damals in der DDR. Kritisch setzten sich die 9. Klassen mit dem Thema " Jugendkultur in der DDR " auseinander. Die 10. Klassen des Börde-Gymnasiums stellten auf der Grundlage historischen Quellenmaterials nach der Szenario-Methode Überlegungen dazu an, was eine Zeitung heute schreiben würde, wenn die friedliche Revolution damals niedergeschlagen worden wäre bzw. wenn damals das " Neue Forum " eine wirklich demokratische DDR gestaltet hätte. Dieser Perspektivenwechsel führte zu intensiven Reflexionen über die Machtverhältnisse in der DDR und über den Missbrauch von Medien zu Propagandazwecken. In dem Versuch, die historischen Ereignisse des 9. November 1989 nachzuerleben, beschäftigten sich einige der Zehntklässler auch mit den " Montagsdemonstrationen " und fertigten Plakate und Banner nach historischem Vorbild an. Am 9. November, um genau 18. 53 Uhr – dem Zeitpunkt als Politbüro-Mitglied Günther Schabowski vor 20 Jahren die Öffnung der Grenze " verkündete " – soll es in der Aula eine Abschluss-Veranstaltung zur Projektwoche " 20 Jahre Mauerfall " geben. Hierzu sind alle Interessenten eingeladen.