In der Volksstimme-Serie " Was ist für Sie typisch Oschersleben ?" äußern sich Oschersleberinnen und Oschersleber über ihre Stadt. Sie teilen dabei auch ihre Wünsche und Vorstellungen mit, was sich in Oschersleben verändern sollte. Heute : Elektromonteur Rainer Bückner.

Oschersleben. Die bunten Häuser in der Fußgängerzone, ein Blick in die dekorierten Schaufenster, Blumen in der Innenstadt und dann noch ein Plausch mit den Mitarbeitern der Bodebuchhandlung - das ist für Rainer Bückner typisch Oschersleben. " Hier unterhalten sich die Geschäftsleute noch mit einem und fragen nicht nur, ob man fündig geworden ist. "

Der 55-jährige Elektromonteur mag die " kleine bodenständige Stadt Oschersleben. Hier halten die Leute noch zusammen ". Doch in den letzten Jahren ist es bei Rainer Bückners Schlendertouren durch die Fußgängerzone immer stiller geworden. " Oftmals sehe ich nur zwei, drei andere Leute. " Und deswegen steht für Rainer Bückner fest : " Die Innenstadt muss wieder belebt werden. Es ist so schade, dass hier kaum noch etwas los ist, dort wo sich früher alles abgespielt hat. "

Dass es die großen Märkte gibt, findet Rainer Bückner in der heutigen Zeit unvermeidbar, erwartet von den Stadtvätern allerdings, den kleinen Geschäftsleuten eine Chance zu geben.

Seit 28 Jahren lebt der gebürtige Günthersdorfer in Oschersleben. Und schon seit 1970 arbeitet er beim Energieversorger in Oschersleben, heute E. ON Avacon. " Als ich damals von Günthersdorf nach Oschersleben gezogen bin, also vom Land in die Stadt, musste ich mich erst daran gewöhnen, dass sich hier nicht alle untereinander kennen. " Anfangs hat er das natürlich vermisst. " Aber durch die Arbeit kenne ich viele Leute, auch in den verschiedenen Ortsteilen von Oschersleben, die immer freundlich und für ein Gespräch bereit sind. Diese Herzlichkeit fi ndet man nicht überall. " Der Vater zweier Kinder ist seit vielen Jahren in der Kirchengemeinde aktiv. Seit ein paar Jahren auch als stellvertretender Vorsitzender im Kirchengemeinderat und organisiert Veranstaltungen, wie beispielsweise die Kirchenkonzerte mit. " Ich würde mir wünschen, dass unsere Angebote von noch mehr Bürgern angenommen werden. Die Leute erwarten immer, dass etwas getan wird, doch viele kommen nicht auf die Idee, selbst mitzuhelfen oder nehmen die Angebote nicht an ", erklärt er. " Es muss doch nicht immer etwas Großes sein, auch kleine Dinge müssen geschätzt werden. " Dass das Angebot da ist, daran hat Rainer Bückner keine Zweifel.

Immer wenn Rainer Bückner bei seinen Kirchenführungen auf dem Kirchturm ist, wird ihm bewusst, " wie viel sich ständig an der Stadt verändert ". Dass immer neue Häuser entstehen, die Stadt immer größer wird. " Ich hoffe, dass die neuen Ortsteile Hornhausen, Schermcke und Altbrandsleben genauso mit offenen Armen empfangen werden wie damals Günthersdorf. Und dass die kleinen Gemeinden trotzdem noch eigenständig bleiben und nicht nur ein Anhängsel sind. " Prinzipiell findet Rainer Bückner es gut, dass Oschersleben wächst : " Die Verwaltung der einzelnen Ortschaften ist eben nicht mehr tragbar. "