Oschersleben. Angehörige der linken Szene und Sympathisanten trafen sich am Montagabend vor dem Einkaufsmarkt in der Berliner Straße, zeitweise nach eigenen Angaben mit bis zu 50 Personen. Der Grund : Per Internet hatte die rechte Szene für diesen Zeitpunkt dazu aufgerufen, mit einer so genannten Flashmob-Aktion ( Blitztreffen, bei dem die Eingeweihten kurz zusammenkommen und dann wieder auseinandergehen ) an den Todestag von Rudolf Heß zu erinnern. Nach Informationen der Polizei wollten sich Mitglieder der rechten Szene bundesweit und damit auch in Sachsen-Anhalt in mehreren Städten gleichzeitig treffen und mit einer einstudierten Choreographie ihre Sympathien für Rudolf Heß ausdrücken. Unter anderem wollten die Rechten den einstigen Stellvertreter Adolf Hitlers zitieren. Dazu ist es in Oschersleben nicht gekommen. Das Aufgebot der linken Gegendemonstranten sowie die Präsenz der Polizei mit vier Streifenwagen allein am Einkaufsmarkt verhinderte eine derartige Zusammenkunft. Das gelang laut Polizei auch für alle anderen Orte in Sachsen-Anhalt, wo sich die Rechten treffen wollten. Das waren neben Oschersleben, Magdeburg, Burg, Quedlinburg, Gardelegen, Wernigerode und Halberstadt.

Auf die Ankündigung der rechten Szene hin, in Oschersleben zusammenzukommen, hatte sich die Polizei vorbereitet und mögliche neuralgische Punkte in der Stadt ausgemacht. Das sagte Polizeisprecher Joachim Albrecht gestern auf Nachfrage der Volksstimme. Der Polizeieinsatz am Montagabend konzentrierte sich schließlich auf die Berliner Straße und deren weiteres Umfeld. Die Polizei zeigte dort bis in die späten Abendstunden Präsenz und kontrollierte in den umliegenden Straßen verstärkt Fahrzeuge und deren Insassen. Bei den Kontrollierten handelte es sich nach Angaben des Sprechers zum größten Teil um der Polizei aus der rechten Szene bekannte Personen. Ihre Identitäten seien zur Gefahrenabwehr aufgenommen worden. Vom Treffen der linken Szene ging keine Störung aus.