Die SPD aus dem Landkreis Börde und dem Jerichower Land gab sich am Freitagabend in Oschersleben beim Auftakt des Bundestagswahlkampfs optimistisch, dass ihre Kandidatin Waltraud Wolff aus Wolmirstedt am 27. September wieder das Direktmandat gewinnt. Wolff tritt im Wahlkreis Börde-Jerichower an und sitzt bereits in der dritten Legislaturperiode im Bundestag.

Oschersleben. Die SPD-Genossen mussten am Freitagabend vor der Oschersleber Gaststätte " Zu alten Schmiede " einige Zeit auf ihre Direktkandidatin für den Bundestag Waltraud Wolff warten. Die Wolmirstedterin war zusammen mit Lutz Fromm aus Hornhausen auf seinem Lanz Bulldog aus dem Jahr 1939 auf Stadtrundfahrt in eigener Sache durch Oschersleben. Lautstarker Wahlkampfauftakt der 53-Jährigen, die das Direktmandat im Wahlkreis 68 Börde-Jerichower Land wieder für die Sozialdemokraten gewinnen möchte.

Nach der Rundfahrt bogen Fromm und Wolff mit dem unüberhörbaren Traktor-Oldtimer um die Ecke. Schnell noch ein Fahrerwechsel. Wolff durfte die letzten Meter bis zum Veranstaltungsort selbst das Lenkrad des alten Schleppers übernehmen. " Super Fahrerin ", schwärmte Lutz Fromm später über die Fahrkünste seiner prominenten Beifahrerin. Die kurzzeitige Aufmerksamkeit der Oschersleber am Straßenrand und die ungeteilte ihrer Genossen vor der alten Schmiede war der SPD-Frau an diesem lauen Sommerabend gewiss.

" Es ist zu schaffen, nur wir erreichen die Bürger ", begrüßte Waltraud Wolff die SPD-Mitglieder aus dem Bördekreis und dem Jerichower Land. Und zielte dabei auf die enorme Größe des Wahlkreises 68 ab : 4 000 Quadratmeter und 264 000 Einwohner. Um die Wähler in diesem großen Bereich zu erreichen, braucht Wolff viele Verbündete in Gestalt ihrer Wahlkampfhelfer. 3 000 Plakate mit dem Bild der gewinnend-lächelnden Kandidatin warten darauf, an Laternenmasten gehängt und Litfaßsäulen geklebt zu werden. Mit der Wolff-Botschaft an das Wahlvolk " Es bleibt dabei : Für soziale Gerechtigkeit !" 5 500 Euro habe Wolff nach eigenem Bekunden bereits an Spenden für ihren Wahlkampf bekommen. Von Ortsvereinen, Sympathisanten und Sponsoren. Sie bedankte sich sehr dafür.

" Mit dem Deutschland-Plan hat Frank-Walter Steinmeier deutlich gemacht, mit der SPD nimmt die Arbeitslosigkeit im Land ab ", untermauerte Wolff das Wahlprogramm des sozialdemokratischen Bundeskanzlerkandidaten. Wo die Beschäftigung herkommen soll, sagte die Wolmirstedterin auch gleich : in den Bereichen Umwelttechnologie, Gesundheit und Bildung. Ganz klar dabei ihr Bekenntnis zum Ausstieg aus der Atomenergie : " Wer heute noch auf Atomkraft setzt, der ist von gestern !" Gerade Sachsen-Anhalt als das Land der erneuerbaren Energien aus Solar und Wind habe große Chancen. Und Wolff will " gute Arbeit ". Keine Billigarbeitsplätze und Minijobs. Sondern Mindestlöhne, die für alle Branchen festgeschrieben werden sollen. " Wir wollen keine Zweiklassenmedizin ", war eine weitere Forderung der SPD-Frontfrau. Vielmehr eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau für alle Menschen, egal aus welchen Einkommensschichten sie kommen. Die SPD halte an ihrem Plan der Einführung einer Bürgerversicherung fest. Der von der Bundesregierung eingeführte Gesundheitsfonds sei nach Ansicht von Waltraud Wolff noch nicht das Ende.

" Lasst es uns anpacken ", rief Waltraud Wolff, die seit 1998 im Bundestag sitzt und Expertin für Landwirtschaft und den ländlichen Raum ist, ihren Genossen in Oschersleben zu. Seit 1998 sei es der SPD in Sachsen-Anhalt stets gelungen, alle Direktmandate zu wollen sowie stärkste Partei im Bundesland und im Wahlkreis zu werden.

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