Mit " Was ist für Sie typisch Oschersleben ?" startet die Volksstimme heute eine neue Serie, bei der die Menschen, die in der Bodestadt leben, im Mittelpunkt stehen. Mit ihren Wünschen für Oschersleben und Vorstellungen, was sich in der Stadt noch verändern muss. Dabei kommen auch die liebenswerten Seiten der Stadt nicht zu kurz. Die Serie beginnt mit Astrid Riedner, Krankenschwester und Kanufahrerin beim SV Lok Oschersleben.

Oschersleben. Seit dem Jahre 1971 ist Astrid Riedner im Sportverein Lokomotive Oschersleben, Abteilung Kanu. Da war sie acht Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Bruder hat sie dort die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht. " Deswegen wünsche ich mir, dass das Wehr erneuert wird, sodass wir bei Regulierung des Wehres, zu bestimmten Zeiten wieder auf der Bode paddeln können. "

Astrid Riedner ( 46 ), die als Krankenschwester in Neindorf arbeitet, kann sich Oschersleben ohne das Kanuzentrum nicht vorstellen. " Das gehört einfach dazu. " Wenn sie an die zurückliegenden Jahrzehnte denkt, wird sie ein wenig schwermütig. " Es ist schade, dass wir die Bode in Oschersleben kaum noch nutzen können. " Wenn sie an die ganzen Veranstaltungen und Wettkämpfe denkt, kann sie nicht glauben, dass das nun vorbei sein soll. " Wir müssen zum Kanufahren nun woanders hin, was natürlich aufwendig ist ", stellt die gebürtige Oschersleberin fest.

Die Mutter einer 23-jährigen Tochter lebt gemeinsam mit ihrem Mann in Oschersleben. Und das auch gerne. " Meine Arbeit, meine Familie und mein Hobby Kanufahren füllen mich aus. " Und wenn ihr Wunsch mit dem Wehr in Erfüllung gehen sollte, wäre Astrid Riedner wohl eine der glücklichsten Einwohnerinnen von Oschersleben.

Ob dieser Wunsch erfüllt wird, ist allerdings fraglich, gibt es doch bereits Pläne für einen Abriss. Astrid Riedner möchte lieber nicht darüber nachdenken. " Wenn die Bode wieder attraktiver gemacht würde, hätten wir wieder mehr Nachwuchs im Kanuclub und wir müssten nicht mehr so weit fahren. Gerade für die Kinder und Jugendlichen ist das doch ein schönes Hobby, bei dem sie viel Zeit miteinander verbringen können. Dazu müsste der Wasserstand allerdings einen Meter höher sein, als im Moment. " Doch die Hoffnung und den Glauben daran möchte Astrid Riedner nicht so schnell aufgeben. " Für mich ist das Kanuzentrum ein Teil von Oschersleben, ohne den Verein kann ich mir Oschersleben gar nicht vorstellen. "