Sieben Sandsteinkreuze mit zum Teil gotischen Inschriften sind in den vergangenen drei Wochen von den Gemeindearbeitern in Domersleben aus der Sandsteinmauer in der Friedensstraße herausgenommen und gesichert worden. Der Grund : Das hinter der Mauer befindliche Erdreich gab an die Jahrhunderte alten Steine Feuchtigkeit ab. Sie drohten dadurch zu verwittern. Die Gemeinde will das historische Erbe aber erhalten. Bei den Arbeiten stellte sich heraus : Ein Kreuz war hier 250 Jahre verkehrt herum eingemauert.

Domersleben. Die sieben Kreuze aus der Sandsteinmauer in der Domersleber Friedensstraße konnten nun von Gemeindearbeitern geborgen und in die Kirche gebracht werden. Jahrelang hatte das Erdreich auf einer Seite der Mauer gegen die Steine gedrückt und permanent Feuchtigkeit an sie abgebeben. " Zum Schluss konnte man die Kreuze aus Sandstein beinahe schälen wie eine Zwiebel ", erklärt Pfarrerin Felicitas Haupt das Problem. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde ist nun die Sicherung erfolgt, um die steinernen Zeugnisse der Nachwelt zu erhalten. Die Kirchengemeinde hat die Räumlichkeiten im offenen Kirchenzelt zur Lagerung angeboten. Wo am Ende die Kreuze ihren endgültigen festen Platz erhalten werden, konnte bisher noch nicht geklärt werden. " Das müssen wir noch mit der Denkmalschutzbehörde absprechen. Man könnte sie auch fachgerecht, natürlich geschützt vor Feuchtigkeit, im Außenbereich anbringen. ", sagte Pfarrerin Felicitas Haupt.

Bildhauer Frank Sobirey begleitete die Sicherstellung der Steine auf fachlicher Ebene. Er muss die Steine jetzt noch behutsam säubern und zum Beispiel von Kalkanhaftungen befreien. " Die Steine waren ganz schön schwer. Für eines der Kreuze waren sogar sieben Männer nötig, um es in die Kirche tragen zu können ", erklärt die Pfarrerin. Während die Kreuze in der Kirche liegen, wird das nun entstandene Loch in der Mauer mit Bruchstein aus der Region wieder aufgefüllt. Frank Sobirey schätzt das Alter der sieben Kreuze etwa auf das 13. Jahrhundert, frühe Gotik.

Bei den Arbeiten haben die Domersleber übrigens eine interessante Entdeckung gemacht : Ein Kreuz war ganz offensichtlich 250 Jahre lang verkehrt herum eingemauert. Beim Freilegen kam nämlich auf der eingemauerten Seite gotische Schrift zum Vorschein, die man mit Streiflicht lesen könne, sagt Sobirey. Der Bildhauer weiß nur, dass es sich um gotische Schrift handelt. Den Inhalt kann er noch nicht entziffern. Die sieben Kreuze, so schätzt er, wurden mit dem Neubau der Domersleber Kirche im Jahr 1740 in die Mauer mit eingelassen. Wenn es nach ihm ginge, würde er die Kreuze im Inneren der Kirche anbringen, um sie auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Entscheidung bezüglich der Standortfrage steht aber noch aus.