" 100 Tonnen Sand haben sie geschippt ? Und sie haben keine Blasen an den Händen ?" Ja, für Ministerpräsident Wolfgang Böhmer gab es gestern zum Abschluss des Eurocamps in Peseckendorf doch einiges zu staunen. Während eines Rundganges wurden ihm vor allem die Ergebnisse der Arbeitsprojekte präsentiert. Es beeindruckte ihn wohl auch, dass die Eurocamp-Teilnehmer in Deutsch berichteten, welche Projekte sie geschaffen haben.

Peseckendorf / Wanzleben.

Das 18. Eurocamp des Landes Sachsen-Anhalt ist beendet. Nach 23 Tagen voller schöner Erlebnisse, gemeinsamer Arbeit und mit vielen neuen Erfahrungen und Freunden treten die über 80 Jugendlichen aus 31 Ländern mit Wehmut die Heimreise an.

Zur off ziellen Abschlussveranstaltung konnten die Eurocamp-Teilnehmer gestern Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer begrüßen. Während eines Rundganges nahm er zunächst die Arbeitsprojekte in Augenschein : " Wir wollten das Leben für die Kinder in Peseckendorf verbessern ", erklären Voita aus Tschechien und Alzu aus Russland am neuen Spielplatz. Am Karussell haben sich die Eurocamper in bunten Farben verewigt. Weiter geht es in den Keller der Jugendbildungsstätte. Hier haben neun Teilnehmer einen Sportraum neu gestaltet. " Ideen dafür haben wir gemeinsam gesammelt ", berichtet die Französin Paoline. Sie kommt aus Sachsen-Anhalts Partnerregion Centre. Weiter geht ‘ s zu den nächsten Stationen : Hochseilgarten, Boulebahn und Beachvolleyballplatz. Hier wurden besagte 100 Tonnen Sand " verarbeitet ". Und schließlich endete der Rundgang am neu errichteten Steg mit Geländer über einen Wasserlauf. " Wir haben auch den Bach von Schlamm und Unrat gesäubert, nun kann er wieder besser fießen ", berichten Peppina aus Finnland und Sercon aus der Türkei.

Während des Eurocamps hatten sich die Teilnehmer auch als Nachwuchspolitiker versucht. In der Jugendkonferenz debattierten die Eurocamper die verschiedensten Themen vom Mindestlohn über europaweite Austauschprogramme für Kinder und Jugendliche bis zur Gründung eines Europäisches Jugendparlaments. Die gefundenen Kompromisse f nden sich im Abschlussdokument wieder. Dieses Dokument übergab die Ungarin Cecilia dem Ministerpräsidenten. Wolfgang Böhmer ist sich sicher, dass das 18. Eurocamp einen großen Beitrag zum weiteren Zusammenwachsen in Europa leisten wird. Die Teilnehmer des Eurocamps stehen auch für ein Europa der Vielfalt, der verschiedenen Kulturen. Der Ministerpräsident wünschte sich auch, dass sich die jungen Leute auch in Zukunft für das vereinte Europa engagieren und dabei begreifen, dass " wir in Europa Menschen zusammenführen und nicht Länder und Regierungen. Das ist die Aufgabe ihrer Generation. "

Viele schöne Freundschaften über viele Ländergrenzen hinweg sind in den vergangenen 23 Tagen entstanden. Ob Gogo, Celia, Agneta, Karina, Stefan oder Frieda – sie alle mochten gestern noch nicht an den Abschied denken.

Gestern wurde auch der von den jungen Teilnehmern erichtete Spielplatz in Klein Wanzleben ganz offziell an die KinderdesZuckerdorfesübergeben. 25 Eurocamper hatten hier seit dem 27. Juli einen großen Abenteuerspielplatz am Sportlerheim in Zusammenarbeit mit den vier Mitarbeitern des Bauhofes für rund 10 000 Euro entstehen lassen. ( Volksstimme berichtete ).

Noch am Mittwochabend waren die Eurocamp-Teilnehmer der Einladung der Sportjugend in Wanzleben für ein internationales Sportfest gefolgt. Das Fußballturnier zwischen der Mannschaft " Eurocamp " gegen das Team des Wanzleber Jugendclubs " Tenne " endete mit einen 6 : 6 unentschieden. 20 der insgesamt 84 jungen Teilnehmer versuchten sich im Bördestadion zudem in verschiedenen Sportdisziplinen. " Am Ende konnten von den 20 nur vier Sportler alle notwendigen Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllen ", sagt Ralf Sacher von der Sportjugend. Die Abzeichen und Urkunden wurden den erfolgreichen Sportlern ebenfalls gestern im Rahmen der Verabschiedungsfeier in Peseckendorf überreicht.