Gestern waren 19 Feuerwehrleute in Neubrandsleben im Einsatz, weil ein leer stehendes Stallgebäude aus bisher ungeklärter Ursache gebrannt hat. Um kurz nach 11 Uhr am Vormittag war der Brand unter Kontrolle. Erstes Resümee der Einsatzkräfte : Die Löschwasserversorgung vor Ort sei kritisch. Der Hydrant hätte zu wenig Wasserdruck aufgewiesen. Die Auswertung erfolgt in dieser Woche.

Neubrandsleben. Aus einem ausgedienten, leer stehenden Stallgebäude an der Hofbreite 6 steigt gestern Vormittag Rauch auf. Es ist 10. 13 Uhr, als die Oschersleber Feuerwehr alarmiert wird. Ein Löschzug mit vier Fahrzeugen und 14 Feuerwehrleuten fährt nach Neubrandsleben. Vor Ort zeigt sich der Stall in giftige Rauchschwaden gehüllt. Das Feuer lodert in der Zwischendecke. " Da ist Teerpappe und Holz entfammt ", erklärt Feuerwehrmann Falk Zönnchen. Deshalb gehen die Feuerwehrleute nur mit Atemschutz an das Gebäude ran. Eine Leiter wird angelegt und Wasser marsch. Obwohl es sich um einen vergleichsweise kleinen Brand handelt, so Zönnchen, ist Vorsicht geboten. " Wir müssen einen relativ großen Aufwand betreiben bei einem kleinen Feuer ", legt Zönnchen dar. " Aber daneben steht ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, und es besteht große Trockenheit. " Außerdem, darauf weist Stadtwehrleiter Günther Matthias jun. hin, ist die Rauchentwicklung gefährlich für die Umwelt und eine sofortige Brandbekämpfung auch bei der Stallruine nötig – die Sicherheit für die Feuerwehrleute vorausgesetzt.

Deshalb trifft kurz nach den Oschersleber Feuerwehrleuten auch die Neindorfer Ortsfeuerwehr mit fünf Einsatzkräften ein. Sie haben weitere Atemschutzgeräte im Gepäck. Vier Feuerwehrleute bekämpfen den Brand im Innern des Gebäudes. Im Tanklöschfahrzeug stehen 2 500 Liter Wasser dafür bereit. " Das wird aber nicht reichen ", hatten die Feuerwehrleute schon bei ihrer Ankunft eingeschätzt. Ein Schlauch wurde ausgerollt, nach oben zur Hauptstraße und zum 600 Meter entfernten Hydranten gelegt.

Um möglichem Funkenf ug zu begegnen, wird neben dem Stall ein weiterer Schlauch ausgerollt, um Wasser ähnlich wie mit einem Rasensprenger auf dem Gelände zu verteilen. In der Zwischenzeit hat die Landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft Neindorf ( LBG Neindorf ), der das Gelände am Ortseingang Neubrandsleben gehört, einen ihrer Mitarbeiter mit Traktor und Wassertank nach Neubrandsleben geschickt. Die darin enthaltenen 5 000 Liter sollen die letzten kleinen Schwelbrände ersticken. Um kurz nach 11 Uhr ist das Feuer unter Kontrolle.

Größerer Schaden entstand für die LBG Neindorf nicht. " Der Stall war schon zuvor lediglich eine Ruine. Jetzt ist er auch nicht einmal heruntergebrannt ", bilanziert Mitinhaber Einar Graf zu Reventlow. Zu den Brandursachen war gestern zunächst nichts bekannt. " Ein technischer Defekt kann ausgeschlossen werden ", erklärt Falk Zönnchen nach dem Einsatz. Ein Stromanschluss sei dort schon lange nicht mehr vorhanden. Deshalb sei alles andere als Auslöser für das Feuer in Betracht zu ziehen – von kokelnden Kindern, angezündetem Müll bis hin zur Möglichkeit der Selbstentzündung.

In einer ersten Bilanz resümiert Zönnchen zum Einsatz : " Generell ist hier die Löschwasserversorgung als kritisch einzuschätzen. " Der Hydrant habe nicht genug Wasserdruck aufgewiesen. Er hat eine Zuleitung mit 100 Millimeter Durchmesser. " Heute hat es gereicht ", ist Zönnchen froh. Wenn aber ein großes Gebäude hätte gelöscht werden müssen, hätte das eng werden können, meint er.

Gerd Ludwig, Leiter des Ordnungsamtes für die Verwaltungsgemeinschaft

Oschersleben, äußerte sich auf Nachfrage der Volksstimme dazu : " Das wird in dieser Woche mit dem Trink- und Abwasserverband Börde abgeklärt. " Außerdem müsse man sich im Zuge der Auswertung dieses Einsatzes überlegen, andere, offene Wasserquellen bei künftigen Einsätzen dort zu nutzen. Ein Bach in Neubrandsleben zum Beispiel, der viel Wasser führt, wird bereits von vielen Landwirten genutzt. " Dieser Bach könnte künftig auch für die Brandbekämpfung in Betracht kommen ", so Ludwig abschließend. Die Auswertung im Laufe der Woche wird

Genaueres erbringen.