In Neubrandsleben soll eine alte Zisterne künftig als Quelle für die Löschwasserversorgung bei Feuerwehreinsätzen dienen. Erste Pumpversuche waren erfolgreich. Jetzt wird das Areal um den Brunnen herum hergerichtet, um dauerhaft für die Feuerwehr nutzbar zu sein.

Neubrandsleben. Oschersleber Feuerwehrleute haben kürzlich aus einem alten Brunnen an der Hofbreite in Neubrandsleben Pumpversuche unternommen. Mit dem Ergebnis, 84 000 Liter Wasser in einer Stunde aus der Quelle gezogen zu haben, sind sie zufrieden. Jetzt muss das Areal um den Brunnen hergerichtet und der Wasserzulauf geprüft werden.

" Wenn das hergerichtet ist und funktioniert, ist das die halbe Miete "

" Wir müssen schauen, wo das Wasser für den Brunnen genau herkommt ", sagte Stadtwehrleiter Günther Matthias jun. auf Nachfrage der Volksstimme. Erst wenn diese Frage geklärt sei, könne der Brunnen künftig als Löschwasserquelle dienen. Der Zufluss müsse gesichert sein. In diesen Tagen wird das Areal um den Brunnen herum von Sträuchern, alten Ästen und Unkraut befreit. Ein Sandfang als Wasserfilter, der dem Brunnen vorgelagert ist, sowie dieser selbst müssen noch von einer Firma professionell entschlammt werden.

" Im Moment ist der Sandfang noch völlig verhärtet ", schätzt Matthias die Situation seit den Pumpversuchen ein. " Wenn aber alles hergerichtet ist und funktioniert, dann ist das die halbe Miete ", sagte Matthias abschließend. Dann würde noch ein Zaun um die Anlage gezogen. Die Kosten für die Gesamtmaßnahme werden aus dem Stadtsäckel bezahlt. Wie teuer es wird, ist noch unklar.

Mit der Zisterne könnte sich auf lange Sicht für die Neubrandsleber die Frage beantworten, woher bei künftigen Bränden eine ausreichende Menge Löschwasser kommen kann. Ein Feuerwehreinsatz beim Brand eines ausgedienten Stallgebäudes Anfang August hatte offen gelegt, dass es bisher zu wenig Löschwasser in Neubrandsleben gab.

Ein Hydrant des Trink- und Abwasserverbandes Oschersleben Börde ( TAV ), den die Feuerwehr 600 Meter vom Brandherd entfernt am Ortseingang angezapft hatte, ist für größere Einsätze nicht geeignet. Gegenüber der Volksstimme hatte der stellvertretende TAV-Geschäftsführer Fred Spatzker gesagt, dass der Hydrant lediglich für eine Erstbrandbekämpfung und sonst ausschließlich zur Trinkwasserversorgung geeignet sei. Für den Brand des leer stehenden Schweinestalls hatte es noch genügt.

Um bei künftigen Einsätzen auf der sicheren Seite zu sein, hat Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig gemeinsam mit den Feuerwehrleuten nun nach anderen, offenen Quellen in Neubrandsleben gesucht und den Brunnen als eine erste Alternative ins Auge gefasst. Lange hatten einst Landwirte über eine Pumpanlage aus diesem Brunnen Wasser bezogen.