Besonders feierlich wurde es am Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit an der Kirche in Groß Rodensleben. Aus Anlass des 130-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr und der bevorstehenden Aufgabe der Eigenständigkeit der Gemeinde wurde zum Zapfenstreich geladen.

Groß Rodensleben. Es war ein bewegender Moment und zeitweilig war es so leise, dass man fast hätte hören können, wie eine Stecknadel zu Boden fällt. Zahlreiche Feuerwehrkameraden und auch einige Ehrengäste hatten vor der Kirche Aufstellung genommen. Bürgermeister Jürgen Wichert ließ die Gedanken in die Vergangenheit schweifen und erinnerte an die Anfänge der Wehr.

Ein Auszug aus einer Chronik beweist, dass es noch bevor die Feuerwehr gegründet wurde, einen Brand in Groß Rodensleben gegeben hatte, der binnen kürzester Zeit das halbe Dorf in Schutt und Asche legte. Seinen Ausgang hatte das Feuer 1804 bei der Schmiede Radespiel. Es breitete sich aus und schon eine Stunde später brannte das Dach der Kirche, in der Folge geriet dann auch der obere Teil des Kirchturms in Flammen und die Glocken schmolzen. Mit Eimern und Fässern wurde das Wasser aus den Teichen und Brunnen zur Brandstelle transportiert und jeder der Helfenden hatte nur eine Hoffnung, dass der " Rote Hahn " bezwungen werden könnte.

Man zog Lehren aus dem Geschehen und dachte über eine ausgebildete Mannschaft nach, die solche Einsätze vielleicht besser bewältigen könnte. Dennoch dauerte es in Groß Rodensleben noch bis zum Jahre 1879, dass die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen werden konnte.

" Bei der Gründung hatte wohl niemand auch nur geahnt, dass wir heute, 130 Jahre danach, eine motivierte und auf einem hohen Niveau ausgebildete Feuerwehr in Groß Rodensleben haben ", merkte der Bürgermeister in seiner Festrede an. Auch die Technik genügt heute ganz anderen Ansprüchen als damals.

Was aber im Laufe der 13 Jahrzehnte gleich geblieben ist, ist, dass die Feuerwehrleute ihre Gesundheit und ihre Zukunft aufs Spiel setzen, wenn es darum geht, ihre Mitmenschen und deren Eigentum vor möglichen Schäden zu bewahren. Idealismus und Nächstenliebe stehen im Vordergrund.

Und an diese Nächstenliebe erinnerte man sich auch als am Wochenende das Jubiläum gefeiert wurde. Die Kameraden luden die Bevölkerung des Ortes ebenso ein wie Vertreter anderer Wehren, Vertreter aus der Politik oder auch Kapellen, die beim feierlichen Zapfensteich für den passenden Ton sorgten. Mit dabei waren die Blaskapelle aus Süpplingenburg sowie die Spielmannszüge aus Groß Rodensleben und Druxberge.

Auf die Festveranstaltung und den Zapfenstreich am Freitag folgte am Sonnabend ein Tag der offenen Tür am Gerätehaus. Groß und Klein erlebten Schauvorführungen, eine Modenschau, Puppentheater und vieles mehr. Das gemütliche Beisammensein stand für die Kameraden im Vordergrund. Und so kam es, dass auch hier wieder Jung und Alt an einem Strang zogen.

Denn wie hatte der Bürgermeister schon am Freitag gelobt : Der Nachwuchs trägt den Idealismus mit und die Mitglieder der Altersabteilung geben ihr Wissen und ihre Erfahrung gern weiter.