Seit einigen Monaten darf sich die Wanzleber Lebensmittelausgabestelle Tafel nennen. Damit verbunden ist die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutsche Tafel e. V. und die Arbeit nach den Tafelgrundsätzen. Doch auch für die Zukunft haben die Mitarbeiter der Tafel noch einige Ideen.

Wanzleben. " Die Tafelgrundsätze stimmen in bestimmten Punkten mit den Grundsätzen des Roten Kreuzes überein ", erklärte Evelin Laue als Abteilungsleiterin für Sozialarbeit beim DRK-Kreisverband Wanzleben. Der DRKKreisverband betreibt seit November 2007 die Lebensmittelausgabestelle in der Windmühlenbreite, die kürzlich zur Tafel wurde.

Die Statistik belegt, dass der Bedarf groß ist. Insgesamt waren am 31. Juli bei der Tafel in Wanzleben 494 Bedarfsgemeinschaften mit 979 Personen vorrangig aus dem Altkreis Wanzleben gemeldet. 285 waren davon Kinder. Seit Eröffnung der Lebensmittelausgabe stelle im November 2007 wurden bis zum 31. Juli dieses Jahres insgesamt 6169 Lebensmittelpakete ausgegeben. Hinzu kommen 786 Schulbrote, die an Schüler in der Wanzleber Sekundarschule verteilt wurden. " Wir wollen bei der Tafel auch Hilfe zu Selbsthilfe schaffen ", erklärte Guido Fellgiebel, Geschäftsführer des DRKKreisverbandes.

Dass sie keine Rundum-Versorgung anbieten können, darüber sind sich die Mitarbeiter der Tafel bewusst. Und dennoch haben sie außer der Versorgung von Bedürftigen mit Lebensmitteln noch eine ganze Reihe Aufgaben mehr übernommen. So hat die Beratung der " Kunden " bei verschiedenen Problemen einen hohen Stellenwert. Für die Bedürftigen werden mittlerweile Koch- und Backkurse angeboten. Und auch die Zusammenarbeit mit hauptamtlichen Betreuern, mit der ARGE oder mit anderen Tafeln gehört zur Arbeit dazu. " Unsere Kunden stehen bis zu vier Stunden vorher vor der Tür, es wird immer mehr zu Treffpunkt ", weiß die Einrichtungsleiterin Birgit Kaczenski aus eigenem Erleben.

Am 15. September soll ein neues, für ein Jahr befristetes Projekt in der Tafel gestartet werden. Die mobile Lebensmittelausgabe für Ältere, Kranke, Behinderte und Alleinstehende soll über das Bundesförderprogramm " Lokales Kapital " und das Jobcenter der ARGE Börde unterstützt werden. Hintergrund ist, dass manche aufgrund von Krankheit, Behinderung und mangelnder Mobilität die Tafel in Wanzleben nicht aufsuchen können. Sie sollen dann über mobile Ausgabestellen in den DRK-Begegnungsstätten oder zu Hause versorgt werden. Als weiteres Projekt ist der Ausbau der Tafelgärten im kommenden Jahr geplant. Momentan wird von Ehrenamtlichen ein Garten betreut.

Doch eine Tafel kann nur arbeiten, wenn sie selbst Unterstützung erhält. Deshalb machte der Schirmherr der Tafel in Wanzleben, Dr. Karl-Heinz Daehre, auch den Vorschlag, noch einmal potenzielle Sponsoren anzuschreiben und auf den neuen Status als Tafel hinzuweisen.

Hoffnung gibt es auch, das die Tafel bald in größere Räumlichkeiten im Bahnhofsgebäude umziehen kann. In der kommenden Woche soll der Kaufvertrag seitens der Stadt unterschrieben werden.