In Groß Rodensleben gab es am Mittwoch allen Grund zur Freude : Landesbauminister Karl-Heinz Daehre ( 65 ) übergab an Bürgermeister Jürgen Wichert einen Bewilligungsbescheid über 200 000 Euro aus Mitteln des Konjunkturpaketes II. Die Gemeinde erhält damit einen der größten Beträge im Landkreis für den Ausbau einer Straße im Rahmen dieses Fördepaketes. Allerdings hat es der Ort auch dringend nötig : Seit der Wende wurden hier erst drei Straßen saniert. Es besteht innerhalb der Gemeinde ein " Straßensanierungsstau " von rund zwei Million Euro.

Groß Rodensleben. Landesbauminister Karl-Heinz Daehre ließ es sich am Mittwoch nicht nehmen und überbrachte den Bewilligungsbescheid für die Sanierung der Teichstraße in Groß Rodensleben persönlich und stattete dabei gleichzeitig der Kita " in alter Verbundenheit " einen Besucht ab. Er übergab den 55 " Bussibären " einen Geschenkgutschein für einen Spielzeugmarkt und die Kinder sangen ihm nachträglich zum 65. Geburtstag noch ein kleines Ständchen. Außerdem gab es für den Minister noch zwei Kuchen in Bärchenform und ein selbstgemaltes Bild.

Doch Grund zur Freude hatten nicht nur die Kinder. Auch Bürgemeister Jürgen Wichert zeigte sich höchst erfreut, weil der Minister den Bewilligungsbescheid für die Sanierung der Teichstraße im Gepäck hatte. " Weil wir seit Jahren wegen der Verschuldung durch die Wohngebietserschließung, Fasanerie ‘ keinen ausgeglichen Haushalt mehr haben, wurden hier erst drei Straßen seit der Wende saniert. Ingesamt haben wir hier diesbezüglich einen Sanierungsstau von rund zwei Millionen Euro ", erklärt der Bürgermeister.

Der Grund dafür : Anfang der 90 er Jahre hat die Gemeinde das Wohngebiet " Fasanerie " in Richtung Bergen voll erschlossen. Dafür hatte die Gemeinde einen Millionen-Kredit aufgenommen. 150 Eigenheime sollten auf dem Gelände gebaut werden. Dazu kam es aber nie und die Gemeinde blieb auf den Kosten sitzen. Noch immer versucht die Gemeinde das Gebiet zu vermarkten. " Der Bebauungsvertrag wurde jetzt nochmal verlängert. Inzwischen sollen nur noch 46 Eigenheime gebaut werden. Die Grundstückskosten sind außerdem von 30 auf 17 Euro pro Quadratmeter herunter gesetzt worden. Das neue Konzept lautet jetzt, Wohnen im Grünen ‘. Wir müssen jetzt vorwärts denken ", sagt Jürgen Wichert. Mit der Vermarktung der Flächen ist eine Magdeburger Privatf rma beauftragt worden. Die Gemeinde hat aktuell im Haushalt ein Def zit von rund 100 000 Euro und ist deshalb in Bezug auf Investitionen noch immer nicht handlungsfähig. Jürgen Wichert schrieb daraufhin Anfang des Jahres für die dringende Straßensanierung einen Bittbrief an die Landesregierung. " Ich bin froh, dass wir mit diesem Bewilligungsbescheid wenigstens einen kleinen Schritt im, Alten Dorf ‘ vorangekommen ", erklärt der Bürgermeister

Die Finanzspritze kommt aus dem Konjunkturpaket II. Die Sanierung der Groß Rodensleber Teichstraße gehört mit rund 200 000 Euro zu den größten Maßnahmen im Landkreis.

Die 500 Meter lange Teichstraße gehört zu den schlimmsten Holperpisten der Gemeinde. Hier wird das Kopfsteinpfaster durch eine Asphaltdecke ersetzt.

" Die Fördermittel für den Straßenbau sollen hier für den Lärmschutz und die Lärmsanierung eingesetzt werden ", erklärt Landesbauminister Karl-Heinz Daehre.

Für die Eigenmittel von 12, 5 Prozent hat Groß Rodensleben einen zinsgünstigen Kredit aufgenommen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Das ist die Bedingung, erklärt der Minister. Jürgen Wichert wolle nun das weitere Vorgehen mit dem Bauamt der Verwaltungsgemeinde abstimmen. Der Landkreis Börde erhält fast 850 000 Euro aus dem Paket für die Lärmsanierung an kommunalen Straßen. " Mit dem Geld können hier ab sofort die 16 wichtigsten Vorhaben in Angriff genommen werden ", sagte Karl-Heinz Daehre bei seinem Arbeitsbesuch.

Insgesamt haben die Landkreise in Sachsen-Anhalt rund 7, 1 Million Euro aus dem Konjunkturpaket II erhalten, mit denen einschließlich des kommunalen Eigenanteils Investitionen von insgesamt mehr als acht Millionen Euro getätigt werden könnten.