Wanzleben ( skr ). Der BRH-Seniorenverband, Ortsverband Altkreis Wanzleben, hat die Bundestagswahlkandidaten des neuen Wahlkreises 68 kürzlich zur Gesprächsrunde eingeladen. Seit 1993 sind diese Wahl-Foren zur BRH-Tradition geworden.

Dieses Mal stellten sich in Vorbereitung der Bundestagswahl die Kandidaten Manfred Behrens, CDU, Ortsbürgermeister von Ebendorf, Waltraud Wolff, SPD, Bundestagsabgeordnete aus Wolmirstedt, Thomas Waldheim aus Magdeburg, Die Linke, sowie der FDP-Bundestagsabgeordneter Jens Ackermann aus Bottmersdorf vor. Außerdem hatte der BRH auch interessierte Mitglieder des Sozialverbandes, der Volkssolidarität und des DRK sowie Bürger der Stadt eingeladen.

Gerhard Kunze vom BRH-Wanzleben fasst hier in gekürzter Form den Nachmittag zusammen : " Während Waltraud Wolff bereits seit 1998 und Jens Ackermann seit 2004 Bundestagsabgeordnete sind, bewerben sich Manfred Behrens und Thomas Waldheim erstmals um ein Bundestagsmandat. Die Zusammensetzung der Kandidaten widerspiegelt die Verhältnisse der gegenwärtigen großen Regierungskoalition und Opposition. Dementsprechend verlief auch das Auftreten. Die Kandidaten stellten sich mit ihren wichtigsten Lebensdaten vor und beantworteten die vom BRH-Vorstand gestellten Fragen zu den Komplexen : Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan ; Verbot der NPD und neonazistischer Vereinigungen ; Rentenangleichung Ost an West ; Vorstellungen zur Minderung der Kinder- und Altersarmut sowie Eindämmung der Finanz- und Wirtschaftskrise und die Haftung der Verantwortlichen für die Krise mit ihrem Vermögen. Im Verlauf des Forums konnten wir feststellen, dass sich die Kandidaten im Wesentlichen an die Wahlprogramme ihrer Parteien gehalten haben und damit identifizieren. Wegen der unterschiedlichen Programminhalte entwickelten sich kontroverse Diskussionen. Allerdings stimmte Waltraud Wolff ( SPD ) in einigen Punkten nicht mit dem Wahlprogramm ihrer Partei überein. So lehnte sie u. a. den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan sowie auch Hartz IV ab. Sie hatte auch im Bundestag dagegen gestimmt. Auch Thomas Waldheim ( Die Linke ) lehnt den Afghanistan-Einsatz ab. Dagegen sprachen sich Manfred Behrens ( CDU ) und Jens Ackermann ( FDP ) für einen solchen Einsatz einerseits zum Schutz und Aufbau der dortigen Infrastruktur aus und zum zweiten, weil der Bundesrepublik im Rahmen der NATO Verpflichtungen obliegen, die einzuhalten

seien. Auch in der Frage des Verbots der NPD und anderer rechtsextremistischer Vereinigungen traten unterschiedliche Auffassungen zu Tage. Während Waltraud Wolff und Thomas Waldheim ein Verbotsprozess unterstützen, befürworten Manfred Behrens und Jens Ackermann die stärkere politische Auseinandersetzung mit diesen Vertretern und ihren Ansichten. Zur Frage der Rentenangleichung Ost an West waren sich alle Kandidaten einig, dass die Angleichung nach annähernd 20 Jahren Mauerfall, nunmehr überfällig ist. Einen breiten Raum der Aussprache nahm die Finanz- und Wirtschaftskrise ein. Im Allgemeinen stimmten die Kandidaten darin überein, dass die Maßnahmen der Bundesregierung richtig waren und dadurch größerer Schaden abgewendet werden kann.

In dem Forum kam aber zum Ausdruck, dass die Finanzkrise absehbar war und in dem Ausmaß hätte vermieden werden können. BRH-Mitglied Sonja Lichtenberg forderte die Kandidaten auf, falls sie in den Bundestag gewählt werden, sich unbedingt für eine konsequentere Durchsetzung der durch den Bundestag beschlossenen Gesetze stark zu machen. Für uns war die Aussprache mit den Direktwahlkandidaten sehr interessant. Jeder Teilnehmer hat die Kandidaten, die zu dem neuen Wahlkreis 68 gehören, persönlich kennen gelernt. Wir haben ihre Meinung zu wichtigen Problemen gehört. Es sollte uns deshalb am 27. September nicht schwer fallen, das Kreuz an der richtigen Stelle zu setzen. Wanzlebens BRH-Vorsitzender Gerhard Ihlau bedankte sich bei den Kandidaten für ihr Kommen und wünschte viel Erfolg. "