Der Rückbau an dem alten Plattenbau in der Windmühlenbreite geht voran. Der 1978 erbaute Wohnblock wurde in den vergangenen Wochen so zurückgebaut, dass das Dach und die oberste Etage verschwunden sind. Die " Platte " wurde gewissermaßen etwas " tiefer gelegt " und soll nun ein neues Pultdach erhalten. Für das " neue " aufgemotzte Haus haben Handwerker und Bauherren in dieser Woche Richtfest gefeiert.

Wanzleben. Traditionell ist der Richtkranz am oberen Dachbalken befestigt. Zimmermann Hagen Domeyer und Bauherr Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt sind für die Zeremonie in Stellung gegangen. Mit möglichst wenigen Schlägen muss der Bauherr den großen Nagel im Holz versenken, während der Zimmermann seine begleitenden Worte aufsagt und sich ganz im Sinne der Tradition ein Gläschen genehmigt, bis selbiges geleert heftig an der Wand zerschellt. Beide stellen sich dabei recht professionell an. Man merkt, es ist nicht ihr erstes Richtfest.

Aber, gewöhnlich ist es auf keinen Fall. Denn einen Plattenbau " köpft " man nicht alle Tage um eine ganze Etage – im Mittelaufgang sogar um zwei – um dem Bau anschließend ein neues Pultdach aufzusetzen und die Wohnungen komplett umzubauen. Das Wohnhaus in der Windmühlenbreite wird nach dem Ende der Bauarbeiten im November dieses Jahres wohl nicht wieder zu erkennen sein. Aus dem einstigen 24-Familienhaus, ist dann ein 14-Wohnungen-Haus geworden. Die Wohnungen haben dann ganz andere Zuschnitte von 52 bis 126 Quadratmetern. Bedarfsgerecht eben, wie Wobau-Chef Rainer Lippelt meint. Sechs Wohninteressenten haben sich bei ihm schon gemeldet. Er ist sich sicher, das die Vermietung nach dem Umbau keine großen Probleme bereiten dürfte.

Nach dem Motto, weniger ist mehr, wird der Block nach modernsten Gesichtspunkten für rund 1, 1 Millionen Euro zurückgebaut. Mit rund 500 000 Euro wird das Vorhaben aus dem Fördertopf " Standumbau Ost " unterstützt. Den entsprechenden Bescheid gab es dazu bereits Ende Oktober vergangenen Jahres. Auch die Stadt Wanzleben habe sich mit einem Drittel an dem Umbau beteiligt, erklärt Lippelt.

Das Haus wird außerdem auch nach modernsten energieeff zienten Gesichtspunkten saniert, so dass die Wobau auch dafür noch Fördermittel erhält. So entsteht auf dem Pultdach noch eine Solaranlage und sämtliche Fenster werden neu installiert. 14 Wohnungen werden neu gestaltet, die kleinste ist 52 Quadratmeter, die größte geht sogar über zwei Etagen. Fünf der insgesamt 14 Wohnungen sollen am Ende dann auch komplett barrierefrei sein, erklärt Rainer Lippelt.

Die Elektriker müssen nun tausende Meter Kabel verlegen. An der Außenfassade des Gebäudes entstehen Balkone und Terrassen. " Wir haben übrigens nur einheimische Handwerksfrmen aus der Region mit dem Umbau beauftragt ", erklärt Rainer Lippelt.

Nicht nur der Neubau selbst soll übrigens nach modernsten Gesichtspunkten entstehen. Auch das Umfeld wird entsprechend gestaltet. So entstehen hinter der umgebauten " Platte " Mietergärten, die von den Bewohnern als Oase entsprechend genutzt werden können. Die Gestaltung der Garteneinheiten soll gleichzeitig der Startschuss für das städtische Projekt " Grünes Band " sein.