Wanzleben ( skr ). Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Börde wird der Stadt Wanzleben als Eigentümerin des Volksparkteiches die Empfehlung für eine Entschlammung des Gewässers aussprechen. Das bestätigte gestern Klaus Nowak von der Unteren Wasserbehörde der Volksstimme.

Das Gewässer ist erst am vergangenen Sonnabend " umgekippt " und hat durch den Sauerstoffmangel ein begrenztes Fischsterben ausgelöst. Das Gewässer wurde nach der Lösung des Pachtvertrages mit dem Anglerverein vor einigen Jahren nicht mehr bewirtschaftet. Da der Teich weder einen Zu- noch einen Abfuss hat, konnte kein zusätzlicher Sauerstoff in den nur noch etwa 1, 50 Meter tiefen See eingebracht werden. Da im Umkreis am Ufer überall Laubbäume stehen, f el in den letzten Jahrzehnten das Laub in den Teich, das sich dort am Grund sammelte und in Schlamm umwandelte. Das Gewässer wurde schließlich " eutroph ", wie der Experte sagt. Es setzt Stickstoff frei und der Sauerstoffgehalt des Wassers tendiert gegen null.

Am Sonnabend hatten zwei Angler vom Oschersleber Verein zufällig das Fischsterben entdeckt und die Behörden eingeschaltet. Dazu gerufen wurde auch Klaus Nowak von der Unteren Wasserbehörde. " Die beiden Angler und drei Kinder haben einige der an der Oberf äche schwimmenden Fische

eingefangen und in ein anderes Gewässer umgesetzt ", erklärte er. Dieses Handeln habe nach seiner Meinung zunächst die erste große Not gelindert. Er habe zunächst auch in Betracht gezogen, die Feuerwehr um Hilfe zu bitten, um mit einem Wasserstrahl dem Teich zusätzlich Sauerstoff zuzuführen. " Das hätte aber wegen des Wasseraustausches und der damit verbundenen Umwälzung nur mehr Schaden als alles andere angerichtet ", sagte er gestern. " Seit Anfang der 90 er Jahre ist an diesem Teich nichts mehr gemacht worden ", sagt er. Eine Frischwasserzufuhr im gegenwärtigen Stadium würde nach seinen Angaben auch nichts bringen, da der Teich " bis oben hin gefüllt ist und überlaufen würde ".

Nach seinen Angaben müsse jetzt die Ursache bekämpft werden. Und die liege im Faulschlamm. " Um eine Entschlammung wird die Stadt da nicht herumkommen. Sie ist dazu verpficht sich um ihre Gewässer zu kümmern ", erklärt er.

Zusammen mit der Natur- und Denkmalschutzbehörde sowie der Unteren Wasserbehörde wolle man nun die weiteren Schritte beraten, sagte gestern Wanzlebens Bürgermeisterin Petra Hort auf Volksstimme-Nachfrage. " Ich kannte das Problem bisher nicht, deshalb müssen wir uns jetzt an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu f nden ", erklärte Petra Hort. Diese muss schnell gefunden werden. Schließlich sind bis zum Ende der Woche Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius angesagt. Somit könnten auch die restlichen Fische im See sterben.