Die bereits für vergangene Woche angekündigte Amts-Kontrolle an den Klärteichen des Bioethanolwerkes soll es nun doch erst am Montag geben. Das teilte gestern die Sprecherin der Emissionsschutzbehörde des Landesverwaltungsamtes Gabriele Städter mit. In Auswertung des Vororttermins sei auch in der nächsten Woche ein Gespräch mit allen Beteiligten anberaumt worden. Derweil wächst der Widerstand der Bürger, die im Umkreis der Klärteiche wohnen.

Wanzleben / Klein Wanzleben. Der Widerstand gegen die starke Geruchsbelästigung der Klärteiche des Klein Wanzleber Bioethanolwerkes wächst. Der Wanzleberin Christiane Heinrichs platze in dieser Woche der Kragen. Sie schrieb der Volksstimme : " Ich fnde es empörend, dass da seitens der Stadtverwaltung nicht eingegriffen wird. " Sie forderte auch den Stadtrat zum Handeln auf. Es sei nichts gegen " frische Landluft " einzuwenden, hier handele es sich aber um ekelerregenden Gestank, dem die Wanzleber bei Westwind rund um die Uhr ausgeliefert sind. Die Bewohner könnten nach ihren Angaben nicht warten, bis die stinkenden Abwässer, wie vom Nordzuckerwerk in Klein Wanzleben angekündigt, erst am Ende des Jahres gereinigt seien. " Es muss sofort gehandelt werden ", sagt sie. Dass offensichtlich die Reinigung aufgrund des erhöhten Abwasseraufkommens nach den Planungen im vergangenen Jahr nicht funktionierte, sei für sie ein Unding. " Es gibt doch festgelegte Planungsabläufe ", meinte sie. Auch Katrin Lehmann aus Klein Wanzleben f ndet den Gestank unerträglich : " Wir wohnen am Ortsrand in der Magdeburger Straße. Es ist derzeit so schlimm, dass wir abends nicht mal mehr die Fenster zum Lüften öffnen können, und das bei der Hitze in den vergangenen Tagen. " Sie fragte bei der Volksstimme nach, ob sich schon eine Bürgerinitiative gebildet hat ? Und wenn ja, würde sie dieser sofort beitreten. In der Zwischenzeit hatte, nach dem die vom Werk eingesetzten " Gelaktivmatten zur Geruchsneutralisation " offensichtlich keine Wirkung zeigten, die Emissionsschutzbehörde ( Luftverschmutzung ) des Landesverwaltungsamtes eine Kontrolle vor Ort angekündigt. Untersucht werden sollte, wie wirksam diese Maßnahme zur Geruchsminimierung des Werkes tatsächlich sind und was noch getan werden kann, um den Gestank abzustellen. Der für diese Woche angekündigte Termin wurde nun auf Montag verschoben. " Wir werden uns auch in der kommenden Woche mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen ", kündigte die Sprecherin der Behörde Gabriele Städter an.

Der Hintergrund : Beim Hochfahren der Anlage im Jahr 2008 entstanden wesentlich mehr Abwässer, als gereinigt werden konnten. Diese rund 130 000 Kubikmeter stinkende Brühe steht jetzt im Klärteich und kann durch die zusätzlich gebaute Anlage jetzt erst nach und nach gereinigt werden. Der Vorgang wird vermutlich aber noch bis zum Jahresende dauern.

Um den Geruch zu minimieren hat das Unternehmen an Zaunfeldern rund um den Teich spezielle Gelaktivmatten in DIN-A 4-Größe aufgehängt, die den Geruch minimieren sollen. Diese verfehlen aber offensichtlich ihre Wirkung.