Ein Rohrbruch hat gestern Morgen die Wasserversorgung in weiten Teilen der Oschersleber Bodestraße unterbrochen. Vermutlich aus Altersschwäche ist fast zwei Meter tief in der Erde unter dem Fußweg zwischen den Hauseingängen 14 und 15 ein altes Gussrohr der Haupttrinkwasserleitung geborsten. Das Wasser suchte sich seinen Weg durch den Untergrund und quoll nach oben auf die Bodestraße.

Oschersleben. Bewohner der Oschersleber Bodestraße hatten gestern Morgen kurz vor 4 Uhr entdeckt, dass auf der Straße zwischen den Hausnummern 14 und 15 Wasser in großen Mengen aus der Erde sickert. Sie alarmierten die Leitstelle des Bördekreises über den vermutlichen Wasserrohrbruch, der wiederum unverzüglich die Diensthabenden des Trink- und Abwasserverbandes Börde Oschersleben ( TAV ) informierte.

" Gegen 4 Uhr habe ich die Wasserleitung abgestellt ", berichtete TAV-Mitarbeiter Dieter Kripp, der als erster Mitarbeiter des Verbandes am Ort des Geschehens war. Wassermeister Holger Kahmann leitete die Arbeiten zur Beseitigung der Havarie ein. Bei dem gebrochenen Rohr handelte es sich um einen Teil der Hauptwasserleitung, die die Bodestraße ab dem Oesenweg mit Trinkwasser versorgt. Die Gussleitung mit einem Durchmesser von 100 Millimetern stamme nach Kahmanns Einschätzung aus dem Jahr 1911. " Alterschwäche ", nannte der Wassermeister den Grund für den Defekt in der Erde. Seit der Wende 1989 hat der Trink- und Abwasserverband Börde Oschersleben sein Leitungsnetz Stück für Stück erneuert. Deshalb, schätzte Kahmann ein, kämen Wasserrohrbrüche nur noch selten vor. Im vergangenen Jahr seien es lediglich fünf gewesen, nicht zu vergleichen mit der hohen Anzahl der Havarien davor.

Vom stundenlangen Wasserausfall war das Betreuungszentrum von Grit Köllmer in der Bodestraße nicht betroffen. " Beim Neubau der Brücke über den Großen Graben haben wir zusätzliche Schieber eingebaut, so dass der Teil der defekten Leitung abgestellt werden konnte und das Heim weiter Wasser hatte ", gab Kahmann Auskunft.

" Um 12 Uhr ist die Straße wieder frei ", kündigte gegen 9 Uhr Jochen Broda von WAB Hornhausen an. Die Firma baggerte im Auftrag des TAV die Straße an der Stelle auf, wo der Wasserrohrbruch vermutet wurde. Neben der TAV-Hauptwasserleitung reparierten die Männer auch noch eine darüber führende Regenwasserleitung, die der Stadt Oschersleben gehört.

Die Polizei leitete zunächst den Fahrzeugverkehr am Havarieort vorbei, bis in Zusammenwirken mit der Straßenmeisterei Oschersleben in kurzer Zeit Ampeln zum halbseitigen Regulieren aufgestellt waren. " Allen Beteiligten gilt unser Dank für die schnelle Arbeit ", sagte TAVWassermeister Holger Kahmann, der froh war, die Einwohner der Bodestraße nach der Havarie schnell wieder mit Trinkwasser versorgen zu können.