Das Wanzleber Bördestadion wird immer häufiger Ziel blinder Zerstörungswut. Erst am Wochenende haben Unbekannte ein Fußballtor umgekippt und stark beschädigt. In den Tagen zuvor wurden außerdem Schrauben und Muttern aus dem Balkon des Sportlerheims herausgedreht und die Fassade mit Stiften beschmiert. Auch den Stromverteilerkasten für die Flutlichtanlage haben hier vor drei Wochen Randalierer zerstört. Die Anlage musste bereits für rund 500 Euro repariert werden. Eine Lösung des Problems ist laut Stadtverwaltung noch nicht in Sicht.

Wanzleben. Die Mitglieder des Sportvereins Blau-Weiß Empor Wanzleben verstehen die Welt nicht mehr. In jeder Woche gibt es neue Hiobsbotschaften. Erst reißen Unbekannte den Stromverteilerkasten der Flutlichtanlage aus der Verankerung, dann werden aus dem Balkon des Sportlerheims sechs große Schrauben samt Hutmuttern entfernt. " Glücklicherweise haben die Bauteile keine sicherheitsrelevante Bedeutung gehabt ", erklärte Sozialamtsleiterin Sylvia Dammering. " Wir werden diesen Schaden im Zuge der Schwammbeseitigung im Sportlerheim reparieren ", kündigte sie an. Die Ausschreibung für jene Sanierungsarbeiten sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

Schneise der Verwüstung

Welch Geistes Kind die Täter sind, zeigen die Schmierereien an der Fassade des Sportlerheims. Dort sind mehrere, im Volksmund auch als " Haus-vom-Nikolaus " -Zeichnungen bekannt, zu sehen. Von Intelligenz möchte in diesem Zusammenhang hier sowieso niemand reden. Denn wer kippt über Nacht ein Fußballtor um und verbiegt dies ? Diese neueste Attacke kannte Sylvia Dammering bisher noch nicht. Die Sachbeschädigung wurde vermutlich am vergangenen Wochenende verübt. Die Sachbeschädigungen wurden seitens der Stadt, die Eigentümer ist, bislang noch nicht zur Anzeige gebracht. Das teilte gestern die Polizei auf Volksstimme-Nachfrage mit. Betroffen von den Zerstörungen ist in diesem Fall aber nicht nur das Bördestadion.

Die Schneise der Verwüstung zieht sich über die leerstehende Turnhalle, die direkt neben dem Stadion steht und an der bereits sämtliche Scheiben eingeworfen sind, über den aufgeschütteten Brunnen auf dem Raßbachplatz, wo Mitte Mai drei Figuren vom Sockel gestoßen wurden, bis hin zum ehemaligen Rewe-Markt, Vor dem Hohen Tor, nahe des Börde-Gymnasiums. Auch an dem leerstehenden Gebäude gibt es fast überall Zerstörungen. Die Fassade ist mit Graff ti beschmiert, die Scheiben zerschlagen. Die Fenster- und Türrahmen sind hier mittlerweile zur Absicherung mit Holzspanplatten verblendet worden. Die Volksstimme berichtete bereits darüber.

Die Randalierer im Bördestadion konnten offensichtlich noch nicht gestoppt werden. Sozialamtsleiterin Sylvia Dammering zu den Beschädigungen : " Wir haben irgendwann aufgehört, die Schäden zu zählen. " Ärgerlich ist aus ihrer Sicht, dass die Stadtverwaltung jedes Mal Geld für Reparaturen sinnloser Zerstörungen ausgegeben muss, das an anderer Stelle viel wichtiger gebraucht werde.

Doch was tun gegen die blinde Zerstörungswut ? Sozialamtsleiterin Sylvia Dammering : " Das Problem an der Sache ist, dass das Stadion nach dem Training sich selbst überlassen ist. Es gibt niemanden der nach dem rechten schaut und kontrolliert, was sich für Gestalten auf dem Platz herumtreiben. "

Nach ihrer Meinung wäre es wünschenswert, wenn sich jemand finden würde, der auch nach der Spiel- und Trainingszeit ein Auge auf die Anlage werfen könnte. Das könnte zum Beispiel der Verein auf ehrenamtlicher Basis organisieren, meint sie. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Verwaltung beispielsweise einen Hausmeister einsetzen würde.

Unter anderem könnte auch die Polizei verstärkt in diesem Bereich Streife fahren. Polizeisprecher Joachim Albrecht : " Das machen wir sowieso. Wir können aber leider nicht überall sein und sind deshalb oft auch auf die Wachsamkeit der Nachbarn oder Anwohner angewiesen. "

Auffällige Personen der Polizei melden

Werden auffällige Personen auf dem Gelände beobachtetet, sollte man nicht damit zögern, den kostenlosen Notruf 110 anzurufen. " Wir rücken lieber einmal zu viel, als zu spät an ", erklärt Joachim Albrecht.