Die Volksstimme stellt aus dem Tierheim Halberstadt Katzen, Hunde und andere Kleintiere vor, die ein neues Zuhause suchen. Heute : Die kleine Hündin Susi.

Einen Einsatz, den Frauke Becker vom Tierschutzverein Halberstadt mit ihrer Kollegin Janine Kassner so schnell nicht vergessen werden : Ein Hilferuf führte sie zu einer dreiköpfigen Familie aus Helmstedt. " In einer kleinen Mietswohnung stand diese Familie kurz vor dem Rauswurf aus ihrer Wohnung, weil es im ganzen Haus bestialisch gestunken hat, und alles aus dieser Wohnung kam. Vorab sagten uns die Hundebesitzer : ‚ Der Hund frisst nicht mehr richtig, geht nicht mehr gerne spazieren, ist nicht mehr stubenrein, aber gesund. ‘ Sehr merkwürdig ", blickt Frauke Becker auf den Fall zurück.

Als die beiden Kollegen in der Wohnung ankamen, trauten sie ihren Augen nicht. " Aus der Besenkammer, die nass und verdreckt war, kam uns eine kleine Mischlingshündin entgegen bei der man nicht erkannte wo vorn und hinten war ", erzählt Frauke Becker. Mit eingewachsenem Halsband und Ketteleine habe der Hund in der dunklen und beißend riechenden Kammer gesessen. " Der Hund war völlig verfilzt und die Augen waren entzündet, weil das Fell in die Augen drückte. Die Krallen waren extrem lang und ein paar sogar so rund gewachsen, das sie in das Fleisch der Pfoten gewachsen waren und vereiterte und entzündete Wunden verursachten ", beschreibt sie den schlechten gesundheitlichen Zustand der kleinen Hündin Susi.

Außerdem seien die Pfotenballen durch das Sitzen und Laufen in der von Urin getränkten Kammer aufgeweicht und hätten kaputte und entzündete Stellen aufgewiesen. " Der Hund war so geschwächt und unterernährt, dass er kaum von alleine 20 Schritte laufen konnte. Die kleine Maus suchte gleich freundlich und Hilfe suchend den Kontakt zu uns ", erklärt Frauke Becker weiter.

Für die Hundebesitzer hätten sie dann keine Worte mehr gehabt, machten sich mit der kleinen Susi auf den Weg nach Hause. Der Filzpanzer der den Hund umgab, war von Urin und Kot getränkt und nahm den Frauen auf der Fahrt die Atemluft. Als sie zu dritt ankamen, so schildert Frauke Becker, " fraß und trank der Hund erst einmal ausgiebig und begab sich zum Pullern und Lösen in den Garten, alles entgegen der Aussagen der Hundehalter ".

Dann ging es mit Susi sofort zum Tierarzt. " Die kleine Hündin war völlig dehydriert und unterernährt. Ihr Kreislauf war dadurch sehr schwach, und Kraft zum Laufen hatte sie kaum ", berichtet Frauke Becker. Die Zähne seien völlig mit Zahnstein belegt und ungefähr die Hälfte der Zähne sei so marode und vereitert, dass sie gezogen werden müssen, sobald der Hund wieder zu Kräften kommt. Frauke Becker : " Sie ist natürlich nicht geimpft, entfloht, entwurmt und kastriert, somit kommen auch noch diese Kosten auf den kleinen Verein zu. " Die Wunden an den Ballen und die Wunden durch die eingewachsenen Krallen wurden versorgt und sollten problemlos abheilen, meint die Tierschützerin. Die Augenentzündung wird mit Salbe behandelt.

Jetzt soll Susi noch ein schönes Zuhause finden. Erst einmal lebt sie in einer Pflegefamilie des Tierschutzvereins, wo sie gepflegt und umsorgt wird. Sie bekommt ein Spezialfutter und muss zu Kräften kommen. Sie muss Muskulatur aufbauen und wieder laufen lernen. Wenn der Hund wieder völlig gesund ist, soll Susi in ein neues, dauerhaftes Zuhause vermittelt werden. Wer Interesse hat, kann sich bei Frauke Becker vom Tierschutzverein Halberstadt unter der Rufnummer ( 0176 ) 21756024 oder ( 03941 ) 449766 wochentags ab 16 Uhr melden.

Die Tierarztkosten für die kleine Hündin zur Behandlung aller Schädigungen, die Sanierung der Zähne unter Vollnarkose und alle notwendigen Nachbehandlungen werden sich nach Schätzungen des Vereins auf etwa 500 Euro belaufen. Daher bittet der Verein um eine kleine Spende auf das Konto des Tierschutzvereins Halberstadt, BLZ 81052000 Konto 360082785 bei der Harzsparkasse.