Bei dem Brand der Tischlerei in Bottmersdorf ist in der Nacht zum Sonnabend ein Schaden von rund zwei Million Euro entstanden. Verletzt wurde niemand. Am heutigen Dienstag wollen die Spezialisten des Landeskriminalamtes ( LKA ) den Brandort untersuchen. Inzwischen geht die Polizei von Brandstiftung aus. 41 Feuerwehrmänner von drei Wehren konnten das Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern. Die Zukunft der 16 Mitarbeiter ist ungewiss.

Bottmersdorf. Holger Gerschewski ringt um Fassung. Der Bautischler arbeitet seit 1991 in der Bottmersdorfer Tischlerei. Sein Herz und seine Seele hängen an dem Familienunternehmen, dass zurzeit von Manfred Tüfer ( in dritter Generation seit 1795 ) geleitet wird. Doch nun ist seine Existenz bedroht.

Von der ehemaligen Werkstatt sind nur noch verkohlte Reste übriggeblieben. Er kann es immer noch nicht glauben, dass ausgerechnet er als freiwilliger Feuerwehrmann in der Nacht zum Sonnabend selbst mit ansehen musste, wie sein eigener Arbeitsplatz ein Raub der Flammen wird. Die Firma ist einer der größten Arbeitgeber im Ort. Was soll nun werden ? Mit der vergrößerten Werkstatt konnten hier zum Beispiel täglich bis zu 50 Fenster produziert werden. Das alles liegt nun in Schutt und Asche vor ihm. Im Wind flattert ein Absperrband der Polizei.

Firmenchef der MaT ü GmbH, Manfred Tüfer, hat die schlimme Nachricht während seines Norwegenurlaubs beim Lachsangeln erreicht. Er trat umgehend die Rückreise an.

Derweil hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen und erste Spuren gesichert. Die Ursache ist vermutlich Brandstiftung, erklärte gestern ein Polizeisprecher.

Den Brand hatte die Ehefrau des Firmeneigentümers Angelika Tüfer entdeckt. Das Wohnhaus grenzt an die Werkstatt an. Die Feuerwehren Bottmersdorf und Klein Germersleben wurden gegen 0. 50 Uhr alarmiert, heißt es später im Einsatzprotokoll.

Nur wenige Minuten später war wegen des Ausmaßes des Brandes durch Einsatzleiter Kai Pluntke auch die Freiwillige Feuerwehr Wanzleben alarmiert worden. " Die Tischlerei stand bei meiner Ankunft gegen 1 Uhr bereits vollständig in Flammen ", erklärte Einsatzleiter Pluntke später. Brennende Maschinen und Massen an Holz sorgten für eine enorme Hitzentwicklung.

Die Feuerwehrmänner konzentrierten nach seinen Angaben ihre Kraft deshalb zunächst darauf, das Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude zu verhindern. Dort befand sich neben einem Spänebunker unter anderem auch eine Tankstelle der Börde-Agrar GbR Bottmersdorf. Kai Pluntke : " Die Nachbargebäude konnten wir vor den Flammen retten, die Tischlereiwerkstatt jedoch nicht. Um 2.30 Uhr hatten wir den Brand dann unter Kontrolle. "

Im Tischlerei befindlichen Späne-Silo hatten sich währenddessen mehrere Glutnester gebildet. " Die Lokalisierung des Brandes sowie die Bekämpfung erwiesen sich deshalb als äußerst schwierig, da wir nur über eine Seitentür an den Späne-Inhalt herankamen ", erklärte der Einsatzleiter. Das Silo war bis zur Hälfte gefüllt. Durch die Tür brachten die Feuerwehrleute bis zum Morgen gegen 7 Uhr dann nach und nach die Späne heraus, um die Glutnester ablöschen zu können. Pluntke : " Es bestand die Gefahr eine Staubexplosion, weshalb wir äußerst vorsichtig vorgehen mussten. " Dabei kam auch die Wärmebildkamera zum Einsatz.

Wie es nun mit dem Betrieb weiter geht und wann die Aufräumarbeiten beginnen können, wird sich vermutlich erst im Laufe dieser Woche entscheiden.