Landkreis Börde. Zwei Jahre früher als gedacht erreicht der Landkreis schon im nächsten Jahr einen ausgeglichenen Haushalt. Dezernent Thomas Kluge überbrachte dem Kreisausschuss die frohe Botschaft aus der Kämmerei. Damit besteht " die realistische Möglichkeit ", so Kluge, die Kreisumlage im nächsten Jahr zu senken.

Die Vorzeichen waren alles andere als positiv : Der Landkreis hatte ohne eigenes Verschulden rund 2, 5 Millionen Euro zusätzliche Belastungen zu schultern. Und das in der Zeit, in der er selbst Schuldentilgung betreibt. Gründe der Mehrbelastungen waren unter anderem, dass der Bund die Soziallasten, also auch die Beteiligung an den Kosten für Unterkunft, gesenkt hatte. Außerdem

wurden die Zahlungsmodalitäten im Asylbereich geändert, und der Landkreis hatte mit höheren Kosten im Bereich der Kindertagesstätten zu kämpfen, weil sich das Land verrechnet hatte. Summasummarum 2, 5 Millionen Euro, rechnete Dezernent Thomas Kluge zusammen.

Doch die guten bis sehr guten Jahresabschlüsse in 2007 und auch 2008 halfen dem Landkreis. Bereits im Jahr 2007 sei die Wirtschaftsleistung " immens " gewesen, so der Dezernent. Fast das ganze Jahr über habe man ohne ein Minus arbeiten können.

Hinzu kam schon eine " stramme " Finanzarbeit. Helfend hinzu kam die gesunkene Zahl der Bedarfsgemeinschaften im ALG-II-Bereich. Ähnlich gut der Jahresabschluss für das vergangene Jahr. Mehreinnahmen in Höhe von 575 000 Euro und ein Ausgabenminus von 5, 5 Millionen Euro. " Wir werden schon 2010 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können und haben die realistische Möglichkeit, die Kreisumlage 2010 zu senken ", verkündete Thomas Kluge im jüngsten Kreisausschuss. Eigentlich war anfangs geplant, 2012 schuldenfrei zu sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte man 2011 als möglichen Termin für das Ende der Konsolidierung gesehen. Nun ist der Zeitpunkt noch näher gerückt. " Wir hoffen, dass das auch so bleibt ", sagte Thomas Kluge. " Darauf können wir stolz sein ", sagte Landrat Thomas Webel in der Sitzung. Es gebe nur zwei Landkreise, die im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen könnten : der Saalekreis und der Landkreis Börde, sagte Thomas Kluge.

Erfreulich für den Landkreis ist zudem, dass alle geplanten Investitionen im Rahmen des Konjunkturprogrammes II im Bereich der Schulen, Kreisvolkshochschule, Musikschulen und im Katastrophenschutz ganz ohne die Aufnahme von Krediten geschultert werden können. Die nötigen Eigenanteile für die Fördermittel kann der Landkreis allein aufbringen.