Gestern vor 200 Jahren hat der preußische Major Ferdinand von Schill mit seinen Truppen gegen die Franzosen und Westfalen bei Dodendorf gekämpft. Einige Denkmäler in der Region erinnern heute noch an das Ereignis. Aber auch in Wanzleben sind noch Spuren von damals zu erkennen. Chronist Walter Götze fand in alten Unterlagen noch mehr über Schill und einen gewissen Arnold Robolski.

Wanzleben. Vieles hat Chronist Walter Götze zusammengesammelt. Unter anderem auch Dokumente, die an die Rast Schills am 9. Mai 1809 im Gasthof " Zum goldenen Engel " erinnern, andererseits aber auch an Arnold Robolski, der fast 100 Jahre später, in einem Theaterstück dieses Ereignis noch einmal lebendig werden ließ. In dicken Ordnern finden sich die Aufzeichnungen, die die Erinnerungen an diese Ereignisse wach halten.

Gedenken an Schill auch vor 100 Jahren

Sogar ein Abzug des Manuskriptes des Theaterstückes, das Arnold Robolski 1905 unter dem Titel " Schill in Wanzleben – ein Zeitbild aus dem Jahre 1809 " verfasste f ndet sich dabei. " Robolski hat viel geschrieben und so für Wanzleben vieles erhalten, was sonst längst schon in Vergessenheit geraten wäre ", meint Walter Götze.

Doch wer verbarg sich sonst hinter diesem Arnold Robolski ? Er war Richter, Notar und Justizrat, der von 1863 bis 1899 in Wanzleben wohnte. Er wohnte hier aber nicht nur, er engagierte sich auch. So bekleidete er lange Zeit zum Beispiel das Amt des Stadtverordnetenvorstehers. Zudem war der Mann aber auch kreativ tätig und verfasste manchen Text, wie beispielsweise das Festspiel " Stadt und Schloß Wanzleben in den Tagen der Reformation ". Im 82. Lebensjahr starb er im November 1909 in Halle. In Würdigung seines Wirkens für Wanzleben trug der Katzenpark auch eine Zeit lang den Namen Robolski-Park.

Sicher erinnern sich heute nur noch wenige Wanzleber daran und ebenso wenige werden den Inhalt des Theaterstückes " Schill in Wanzleben " kennen. " Ich habe mal gelesen, dass es 1933 nochmal aufgeführt worden ist ", sagt Walter Götze, der vermutet, dass die Darsteller bei den Aufführungen Wanzleber Bürger waren. Robolski hatte vermutlich Zeitzeugen befragt, die sich an die Rast des Major von Schill erinnerten und die Fakten in einem unterhaltsamen Stück verwandt. Laut seinen Aufzeichnungen soll der Major im Gasthof " Zum goldenen Engel " zwei Nordhäuser getrunken haben und nach dem Weg zum Amt gefragt haben. Weiteren Überlieferung war zu entnehmen, dass Schill sich für die Nacht Quartier nahm auf der Domäne Wanzleben beim Amtsrat Kühne.

Aus dieser Zeit erhalten ist auch ein Brief des Majors Ferdinand von Schill, den er an die Stadt Wanzleben schickte. In diesem gab er der Stadt Wanzleben den " strengsten Befehl ", die zurückgelassenen Verwundeten ohne Aufenthalt über Neuhaldensleben zum Hauptquartier Asseburg zu schicken. Sollte das nicht passieren, so wollte er die Stadt Wanzleben auf das Härteste züchtigen und in Brand stecken. Dieser Brief widerspricht Robolski Darstellung, dass die Bürger den Major freundlich empfangen hatten.

Eine Tafel kündet noch heute von der Rast

Dennoch wurde im Rahmen des Stiftungsfestes des Kreis-Krieger-Verbandes im Jahre 1904 am Gebäude, in dem sich einst der Gasthof " Zum goldenen Engel " befunden hatte, eine Gedenktafel enthüllt. Sie hängt auch heute noch am Haus mit der Nummer 10 in der Ritterstraße in Wanzleben. Ihre Aufschrift : " Hier rastete Major von Schill nach seinem siegreichen Gefecht bei Dodendorf am 9. Mai 1809 ". Das Haus befndet sich heute in Privatbesitz.