Wanzleben. Maik Bednarz ist seit fast elf Jahren Kamerad in der Feuerwehr und hat schon vieles erlebt. Aber das, was er am Mittwoch während eines Einsatzes erlebte, macht ihn fassungslos. Bis dato Unbekannte nutzten seine Hilfsbereitschaft und die damit verbundene Abwesenheit aus, um seinen verschlossenen etwa 14 Monate alten Pkw Mercedes vom Parkplatz am Feuerwehrhaus zu stehlen.

Der Einsatz kurz vorm Mittag war eigentlich ein wenig spektakulärer. Eine Ölspur, von der sich ein Teil am Kreisel an der Lindenpromenade befand und der zweite Teil am Ortsausgang in Richtung Domersleben galt es abzubinden, um die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer zu bannen. Zehn Kameraden waren im Einsatz. Da etwas vergessen worden war, rückten fünf Kameraden, darunter auch Maik Bednarz, ein zweites Mal aus. " Das waren schätzungsweise 15 bis 20 Minuten ", erzählt er. Doch es waren Minuten, die sein Schicksal stark beeinflussten.

" Als wir das erste Mal zurückkamen, stand mein Auto noch da, beim zweiten Mal war es dann weg. Das habe ich gleich gesehen, als wir auf den Hof fuhren ", erinnert sich der 30-jährige Feuerwehrkamerad. Auch verschwunden war der Schlüssel des schwarzen Mercedes C-Klasse, den Bednarz eigentlich sicher im Spint verwahrt glaubte.

Die Spinte in den Umkleidekabinen waren bis dato unverschlossen. Das Feuerwehrhaus selbst war zwar auf, aber ein Kamerad hielt sich im Büro auf. Das Verwahren von persönlichen Sachen in den Spinten war eine gängige Praxis. " Das macht jeder, man packt seinen Kram raus, damit er beim Einsatz nicht verlorengeht ", sagt der Geschädigte, der das Passierte überhaupt nicht fassen kann. Mit den Kameraden haben sie alles durchdacht. Ihnen gingen viele Gedanken durch die Köpfe, eine Vermutung, wer der Täter sein könnte und wie die Tat abgelaufen war, haben sie nicht.

Die Polizei war vor Ort. Wie Pressesprecher Marek Weirauch vom Polizeirevier Börde auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt, wurde nach Spuren gesucht und auch eine Fahndung nach dem Fahrzeug ausgelöst. Eine Strafanzeige wurde ebenfalls aufgenommen. Der Besitzer selbst würde sein Fahrzeug schon als auffällig bezeichnen. " So viele fahren davon hier nicht rum ", sagt er.

Die Feuerwehrkameraden selbst sind durch den Vorfall nicht nur schockiert, sondern auch wachgerüttelt worden. Das bestätigt Abschnittsleiter Kai Pluntke, selbst Mitglied der Wanzleber Feuerwehr. Er selbst hat seine Kameraden per Mail auf die Tat aufmerksam gemacht und darauf hingewiesen, dass alle besser aufpassen sollten. " Wir als Wanzleber Feuerwehr werden überlegen, welche Vorkehrungen wir treffen können, damit so etwas nicht noch einmal passiert ", so Kai Pluntke.