Nach dem im März dieses Jahres ein Gartennachbar der Klein Wanzleberin Ines Ladewig eine Katze in einer Schlagfalle fand, fragt sich die Tierfreundin besorgt : Wann gibt es das nächste Opfer ? Sie hatte damals das schwer verletzte Tier zum Tierarzt gebracht. Die Verletzungen durch die Schlagfalle erwiesen sich als so schlimm, dass das Bein amputiert werden musste, um das Leben von " Speedy " zu retten. Ines Ladewig pfegte die Katze gesund. Die Angst vor dem Schlagfallen-J äger bleibt.

Von Sabrina Krug

Klein Wanzleben. Es ist ein tierisches Drama, das sich in der Klein Wanzleber Gartenanlage " Brockenblick " bereits im März dieses Jahres abgespielt hat. Ines Ladewigs Gartennachbar steht mit einer schwarzweiß gescheckte Katze auf dem Arm, die schwere Verletzung an der rechten Vorderpfote hat, vor ihr. Er erzählt, dass er das Tier aus einer Schlagfalle befreit habe. Die 42-jährige gelernte Tierpf egerin nimmt die Katze an sich und bringt sie zu einer Tierärztin nach Wanzleben. Dort muss dem Tier in einer Notoperation die Vorderpfote amputiert werden. " Ich bin froh, dass das Tier diese schwere OP überlebt hat ", erklärt die Klein Wanzleberin. Doch die Angst vor dem Schlagfallen-Aufsteller bleibt. Es seien schon des Öfteren Katzen in der Nähe der Gartenanlage verschwunden. " Vor drei Jahren habe ich hier vier Katzen verloren. " Die Frau vermutet, dass ein Katzenhasser die Schlagfallen aufstellt hat. Ines Ladewig erstattet im jüngsten Fall der Katze " Speedy " am 16. März Anzeige bei der Polizei gegen den Unbekannten wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. In Deutschland ist das Aufstellen von größeren Schlag- oder Tretfallen verboten. Zugelassen sind nämlich generell nur zwei Arten von Fallen. Zum einen die so genannten Lebendfallen, bei denen das Tier unversehrt lebend gefangen wird, oder Mäusefallen, bei denen das Tier sofort getötet wird. Somit muss sich der Unbekannte wegen des Verstoßes gegen das Tierschutz- und das Jagdgesetz verantworten. Denn auch der Tatbestand der Wilderei ist in diesem Fall erfüllt.

Nicht ganz zu Unrecht sind die Schlagfallen in Deutschland verboten worden, wie das Schicksal der kleinen Katze " Speedy " zeigt. Sie hat sich inzwischen zwar wieder erholt, wird aber ihr Leben lang nur noch mit drei Pfoten zurecht kommen müssen. " Sie fitzt aber Gott sei Dank schon wieder durch die Gegend, deshalb haben wir die Katze auch Speedy genannt ", erzählt die Tierpfegerin. Sie möchte sich ganz herzlich bei der Tierärztin, die Speedy behandelt hat, sowie bei der Wanzleber Tierfreundin Hildegard Pabst bedanken. " Frau Pabst hat nach der OP Kontakt zum Tierschutzverein, Bündnis für Tiere ‘ in Magdeburg hergestellt. Dieser übernahm die Kosten für die Amputation. Auch für die zweite Operation zur Sterilisation zahlt das Bündnis für Tiere ", erzählt Ines Ladewig. In einem ist sich die 42-J ährige sicher : " Wer solche Fallen aufstellt, ist ein Katzenhasser. " Sie rät allen Klein Wanzleber Tierfreunden dringend auf ihre Katzen und Hunde zu achten. Denn eine heiße Spur zu dem unbekannten Schlagfallen-Aufsteller habe die Polizei noch nicht.