In unserer Serie " Börde Perle " haben wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, interessante Ziele und touristische Perlen vorgestellt, die bisher eher im Verborgenen glänzten. Die Serie macht bis zum 4. Juli eine kurze Pause. Im vorerst letzten Teil lesen Sie heute : der Museumshof in Colbitz.

Colbitz. Anlässlich ihrer 800-Jahrfeier im Jahr 1997 richtete die Gemeinde Colbitz auf dem früheren Kammerhoffschen Vierseitenhof den inzwischen über die Region hinaus bekannten Museumshof ein. Tausende Exponate erinnern hier an die einzelnen Epochen des Heidedorfes. Sie wurden von Bürgern aus Colbitz und aus der ganzen Region gestiftet.

In den sechs Gebäuden befnden sich thematisch geordnete Expositionen. " So können Besucher im Komplex Hausund Hofwirtschaft eine komplett eingerichtete Küche aus dem Jahr 1930 besichtigen, sehen die alte Waschküche mit der damals eher unüblichen Innentoilette oder den Hauswirtschaftsraum mit historischen Ausstellungsstücken, die zum Backen, Kochen, Saften, Buttern oder Einkochen verwendet wurden ", zählt Herbert Bilang auf. Bilang hat den Aufbau des Museumshofes federführend begleitet. Sehenswert ist auch eine Ausstellung, die dem Wirken des größten Colbitzer Sohnes, dem Universalgelehrten Johann Heinrich Schulze, gewidmet ist. Schulze gilt als Entdecker der Lichtempf ndlichkeit von Silbernitraten und damit als Wegbereiter der Fotograf e. In die Ausstellung integriert ist eine Sammlung von etwa 50 historischen Fotoapparaten.

Im Komplex Handwerk und Gewerbe sind komplette Sammlungen zu den Handwerken Fleischer, Zapfenpf ücker und Waldarbeiter zu sehen. Darüber hinaus die original erhalten Schuhmacherwerkstatt von Andreas Pasche oder Teile einer Dorfschmiede.

Einmalige Allee hinter der Museumsscheune

Eine Ausstellung widmet sich dem Thema Forstwirtschaft, Jagd und Naturschutz, eine andere der Geschichte der Kleinbahn Wolmirstedt - Colbitz. Auch die etwa 8000 Quadratmeter Freifäche des Museumshofes werden zur Präsentation genutzt. Da stehen liebevoll restaurierte Mähbinder, Dreschmaschinen, Kartoffelklappern oder alte Ackerwagen.

Hinter der teilweise in Fachwerk errichteten Museumsscheune ist eine wohl einmalige Allee entstanden. " Hier pfanzen Colbitzer Schüler seit 1989 alljährlich den Baum des Jahres ", informierte Herbert Bilang. Er selbst hat sich besonders für die erst Ende vergangenen Jahres eröffnete Eulenausstellung engagiert In dieser auch bundesweit stark beachteten Schau ist alles über das Thema " Eule und Mensch " dargestellt. Unter anderem zeigt ein großes Diorama 8 der 13 in Deutschland vorkommenden Eulenarten in ihrer natürlichen Umgebung.

Der Colbitzer Museumshof kann montags bis donnerstags zwischen 9 und 15 Uhr, an Wochenenden von 14 bis 16 Uhr besucht werden. " Führungen sind auch außerhalb dieser Zeiten nach Voranmeldung möglich ", so Herbert Bilang. Termine können unter den Rufnummern ( 03 92 07 ) 95 22 7 ( Herbert Bilang ) oder ( 03 92 07 ) 80 69 1 ( Tourismusverband Colbitz-Letzlinger Heide ) vereinbart werden.