Bei der ersten Übung des Jahres trainierten Dienstagabend die Freiwilligen Feuerwehren Domersleben, Hohendodeleben, Klein Rodensleben und Wanzleben das Zusammenspiel im Fall eines Großeinsatzes. Das Szenario : Großbrand im Kulturhaus. Zehn Menschen wurden verletzt und mussten gerettet werden. Einen Stromausfall haben die Kameraden durch den Einsatz des Notstromaggregates überbrückt.

Domersleben. Die Sirene heult, Rauch steigt aus dem Kulturhaus auf. Es ist 18. 02 Uhr. Die Domersleber Kameraden starten die Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn. Gegen 18. 10 Uhr treffen sie am Einsatzort ein. Auch Abschnittsleiter Kai Pluntke, die Drehleiter aus Wanzleben und die Wehren aus Hohendodeleben sowie Klein Rodensleben rücken an. Insgesamt sind am Ende 42 Kameraden mit acht Einsatzfahrzeugen vor Ort.

Wimmernde Stimmen sind zu hören. Auf einem Vordach liegt reglos eine Person. Im Obergeschoss sollen Menschen vom angeblichen Feuer eingeschlossen worden sein, heißt es. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich um eine Übung handelt und die Verletzten nur " Schauspieler " sind. Genauer gesagt sind es sieben Mitglieder der Jugendfeuerwehr Langenweddingen. Abschnittsleiter Kai Pluntke : " Wir haben extra keine Jugendwehr aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft, Börde ‘ hinzugezogen, damit unsere Kameraden nicht schon vorher über die Übung informiert werden können. "

Drei Opfer werden durch sogenannte " Dummys ", also Puppen, als Schwerverletzte dargestellt. Einer muss sogar von einem Vordach mit der Drehleiter gerettet werden. Im Kulturhaus wird der Rauch immer dichter. Die Kameraden üben unter realistischen Bedingungen den Einsatz im dicken Rauch. Die Sicht ist in solchen Fällen gleich null. Aus diesem Grund haben einige der Einsatzkräfte sogar noch zusätzlich blaue Klebefolien an das Sichtvisier geklebt bekommen. Die Feuerwehrmänner müssen sich in diesen Brandfällen zu den Opfern " vortasten " und sich gewissermaßen blind bewegen. Auch Domerslebens Bürgermeister Bernd Meyer überwachte die Übung und sagte scherzhaft zu den Kameraden : " Passt mir bloß auf das neue Parkett im Saal auf !" Abschnittsleiter Kai Pluntke zeigt sich am Ende der Übung zufrieden. " Die Übung verlief gut. Das Kulturhaus wurde ausgesucht, weil es ein sehr schwieriger und verwinkelter Einsatzort ist und hier von vornherein fest steht, dass wenn es hier zu einem Brand kommt, es sehr schwierig wird Personen unter Atemschutz zu retten. Das zeigte sich auch bei der Übung. 12 Feuerwehrleute der vier Wehren waren mit schwerem Atemschutzgerät im Einsatz. Bei der Suche haben wir auch unsere neue Wärmebildkamera eingesetzt, mit der es möglich ist, in verqualmten Räumen Personen über ihre Körperwärme zu fnden. Festgestellt wurde dabei, dass alle Wehren sich weiter mit der Problematik, systematisches Absuchen ‘ von Räumen beschäftigen müssen, um im Einsatzfall effektiver handeln zu können ", sagt Pluntke. Ausgangslage für diese Übung im Domersleber Kulturhaus war übrigens ein Brand, der hierfür f ktiv bei einer Karnevalsveranstaltung ausgebrochen sein soll.