Seehausen. Im Ort ging es bereits als Gerücht um : Eine Funkantenne soll auf das Dach des Seehäuser Schneiderturmes gebaut werden.

Bürgermeister Eckhard Jockisch wollte dazu auf Volksstimme-Nachfrage nur sagen : " Ich weiß, dass vor zwei Jahren eine Firma an uns herangetreten war und eine Antenne auf unserem Rathausdach aufstellen wollte. Das hätte uns 2000 Euro im Jahr in die Gemeindekasse gespült. Allerdings haben wir dies damals im Stadtrat abgelehnt ", sagte der Bürgermeister. Was andere auf ihren privaten Gebäuden errichten lassen würden, sei laut Jockisch ihre Sache. " Der Eigentümer kann darüber entscheiden wie er will. " Deshalb habe er auch in der Schneiderturm-Angelegenheit als Ortschef keinen Einf uss.

Er wisse noch, dass damals die Firma nach dem Stadtratsbeschluss ankündigte, sich nach einem anderen Immobilienbesitzer im Ort umzusehen.

Offensichtlich ist dieser nun gefunden. Der Schneiderturm sei in privatem Besitz. Der Eigentümer ist wohnhaft in Niedersachsen. Genauer gesagt in Goslar. Die Volksstimme machte Eigentümer Heiko Rataj ausfndig und befragte ihn zu dem Bauvorhaben. Er bestätigte den Aufbau eines so genannten Umsetzers, der Funksignale übertragen soll. Die damit begründeten Sorgen zerstreute er als völlig unbegründet.

" Die Funksignale sind völlig ungefährlich und deshalb muss auch niemand Bedenken haben. Der Aufbau des Spiegels ist außerdem auch mit dem Amt für Denkmalschutz und den zuständigen Landesbehörden abgestimmt, sonst würde dieses Vorhaben auch nicht realisiert werden dürfen. Und wenn die Ämter der Installierung nicht zugestimmt hätten, hätte ich den Vertrag auch nicht unterschrieben ", sagte er. Im Gegenteil. Mit der Bereitstellung des " Umsetzer " - Standortes wolle er als ehemaliger Seehäuser seiner Heimatstadt nur etwas Gutes tun. Damit der Ort kommunikationstechnisch gut erschlossen ist. Wann genau die Anlage komplett aufgebaut wird, konnte Rataj nicht sagen, da er sich nur noch selten in Seehausen aufhalten würde. Den Vertrag für das Bauvorhaben habe er aber bereits vor zwei Jahren unterschrieben, sagte er. Der Seehäuser Schneiderturm ist rund 24 Meter hoch und stamme laut Rataj aus dem 15. Jahrhundert. Aus der Historie geht hervor, dass der Turm einst auch als Gefängnisturm genutzt wurde.