Rund 45 Gentechnik-Gegner haben gestern früh ein künftiges Versuchsfeld der KWS Saat AG besetzt und gegen den Anbau einer Versuchsreihe gentechnisch veränderter Zuckerüben in Dreileben demonstriert. Die Polizei rückte am Morgen mit mehreren Einsatzwagen an und traf nur noch 26 Personen an. Ihnen wurde ein Platzverweis ausgesprochen und gegen Mittag die Fläche geräumt. Die KWSSaat AG zog einen Zaun um das Versuchsfeld und will nächste Woche mit der genehmigten Testreihe beginnen.

Dreileben. Im Schutz der Dunkelheit rückten in der Nacht zum Mittwoch rund 45 Gentechnik-Gegner auf ein am Ortsrand Dreileben geplantes Versuchsfeld der KWS Saat AG vor und besetzten das Feld mit Zelten, Couchgarnitur und einer Holzkonstruktion, um sich daran festketten zu können. Selbst einen kleinen Betonsockel brachten die Demonstranten mit auf das Feld, um sich dort sicher vor der Polizei fest anzuketten. Die rund 500 Quadratmeter große Ackerfläche soll nächste Woche mit einer genmanipulierten herbizidresistenten Zuckerrübe bestellt werden. " Die Versuchsreihe ist längst offiziell genehmigt worden. Heute wollten wir eine der Forschungsvorschriften erfüllen und um das Feld einen Zaun ziehen ", sagte KWS-Pressesprecher Dr. Henning von der Ohe, der später am Feldrand eintraf.

Die herbeigerufene Polizei traf gegen 7. 45 Uhr mit mehreren Mannschaftswagen ein und sprach den Demonstranten zunächst einen Platzverweis aus. Ein Großteil der Gegner folgte noch am Vormittag der Aufforderung. Daniel Brand ( 27 ), einer der Demonstranten ist selbst Gemüsegärtner aus Witzenhausen ( Nordhessen ) : " Für uns ist das hier nur ein Akt der Notwehr. " Er hoffe nach dem Verbot des Genmaises nun auch auf eines für gentechnisch veränderten Zuckerrüben. Der Genmais war erst am Dienstag vom Bundesministerium für Landwirtschaft verboten worden. Dr. Henning von der Ohe : " In Folge der Ministeriumsentscheidung haben die Proteste wieder einen Aufwind erlebt. Dabei gibt es keinen sachlichen, überzeugenden Grund, den Genmais zu verbieten. " Durch solche politischen Entscheidungen werde die Forschungsfreiheit in Deutschland in Gefahr gebracht, so der KWS-Sprecher. Die KWS Saat AG lasse sich an dem Bestellen des Feldes nicht hindern. Nächste Woche werde wie geplant mit dem Aussetzen der Pfanzen begonnen. Gegen die Demonstranten wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt. Bis zum Nachmittag waren noch sieben Demonstranten angekettet und mussten mit technischem Gerät von den Gegenständen befreit werden. Drei Demonstranten wurden kurzzeitig festgenommen und nach Oschersleben gebracht.