Das Schauaquarium in Oschersleben ist besonders jetzt in den Ferien beliebtes Ausfugsziel. In mehr als 30 Terrarien und Aquarien sind Insekten, Fische, Lurche und Reptilien zu sehen. Besondere Attraktion in diesen Tagen : Die Königspython brütet Eier aus.

Oschersleben. Andreas Dietel führte gestern den Hort der Grundschule Klein Wanzleben durch sein kleines Reich. Es gab Riesenstabheuschrecken, Sumpfschildkröten, eine Vogelspinne und unzählige Fischarten zu sehen. " Oh, ist das ein Seepferdchen ?", ruft Marie und zeigt mit dem Finger auf die kleinen hakenförmigen Fische. " Ja, diese Fische sehen seltsam aus ", erklärt Andreas Dietel ihr und den anderen acht Hortkindern. " Sie haben eine röhrenförmige Schnute, mit der sie das Futter reinzutschen. "

Hinter Marie erwartete die Kinder im Terrarium des Königspython-Pärchens etwas Besonderes. Zum ersten Mal in den zehn Jahren, in denen die beiden Riesenschlangen bei Dietel leben, haben sie sich offensichtlich gepaart. " Wir haben zu Ostern auch Eier gesucht und gefunden. Das waren allerdings Schlangeneier ", erzählt Dietel den Kleinen. Jetzt rollt sich die werdende Mutter um ihre Eier fest zusammen, rückt keinen Millimeter davon ab. Deshalb zeigte Dietel den Kindern nur die männliche Königspython hautnah. Die steckte Marie, Shirley und Josepha sogar die Zunge heraus. " Mit dem Zipfel der Zunge kann sie Geruchsstoffe aufnehmen ", erklärt Dietel, damit keiner Angst bekommen muss. " Sie will also nur riechen. " Die Kinder haben keine Scheu, fassen die lederne Haut der Schlange reihum einmal an. Solche Riesenschlangen sind nicht giftig.

Die Königspython gehört zu einer der beiden kleinsten Python-Arten. So ist die männliche Python nur 1, 40 Meter lang, das Weibchen 1, 60 Meter. Wieviele kleine Schlangen als Nachwuchs in etwa 70 Tagen hinzukommen werden, kann Dietel nicht sagen. " Wir wissen noch nicht, ob die Eier auch befruchtet sind. Das werden wir dann sehen. "

Dass jetzt endlich Nachwuchs ins Haus des Schauaquariums steht, darauf hat Dietel gezielt hingearbeitet. Jetzt, wo die Schlangen im besten Alter sind, um sich fortzupflanzen, hat Dietel für das Python-Terrarium eine zusätzliche Heizung angeschafft. So wird die Regen- und Trockenperiode Westafrikas simuliert. Das hat seine Wirkung gezeigt, ist er sich sicher. Die Kinder waren allerdings von der brütenden Python wenig beeindruckt. Sie regte sich kein Stück. Interessanter waren da noch die vielen anderen Tiere, die sie auch streicheln durften, wie zum Beispiel eine Bartagame. " Die Kleinen sind da wie Schmetterlinge ", meint Dietel zur Neugier der Erst- bis Drittklässler, die immer gleich alles anfassen wollen. Er kennt sich aus, hat pro Jahr ungefähr 50 Besuchergruppen aus Schule, Hort und Kindergarten – in den Ferien manchmal zwei oder drei an einem Tag.