Die Freie Bürger Initiative Oschersleben ( FBI ) will bei den Kommunalwahlen am 7. Juni wieder in den Bodestadtrat und die Ortschaftsräte der Ortsteile einziehen. Mit einem Aufruf hat sich die Oschersleber FBI-Stadtratsfraktion an die Einwohner gewendet, um möglichst viele, parteiunabhängige Bürger zu finden, die sich für die Initiative zur Wahl stellen.

Oschersleben. Seit fünf Jahren sitzen Horst Eckstein ( Kleinalsleben ), Norbert Kurzel ( Hordorf ) und Wolfgang Rode ( Oschersleben ) für die Freie Bürger Initiative im Oschersleber Stadtrat. Die beiden Unternehmer Eckstein und Rode sowie Landwirt Kurzel wollen bei den Wahlen am 7. Juni wiederum für die Initiative in den Rat einziehen. Und mit ihnen noch möglichst etliche FBIAbgeordnete mehr. Der Wählergemeinschaft will es gelingen, mindestens 15 Frauen und Männer zu fnden, die auf der Liste von FBI um den Einzug in den Stadtrat kämpfen sollen. Ebenso ist es Ziel der Gemeinschaft, in die Räte der Oschersleber Ortsteile einzuziehen.

" In den vergangenen fünf Jahren waren wir drei FBI-Abgeordnete im Oschersleber Stadtrat das Zünglein an der Waage ", resümierte Fraktionschef Horst Eckstein in der Vorwoche bei einer ersten Zusammenkunft, bei der die Initiative versuchte, noch mehr Bürger für eine FBI-Kandidatur zu begeistern. Ziel der FBI sei es in der zu Ende gehenden Wahlperiode gewesen, die Belange der Ortschaften zu vertreten. Und nicht nur das, wie der Oschersleber FBI-Mann Wolfgang Rode sagte. Auch die Kernstadt Oschersleben spiele in der FBI-Politik eine entscheidende Rolle. Als Erfolge der Freien Bürger Initiative Oschersleben führte er an, dass die " grüne Lunge " Oscherslebens auf dem Hackelberg erhalten blieb und nicht bebaut wurde. Ebenso sei es der FBI gelungen, den Stadtrat zu überzeugen, die neue Sporthalle nicht am Friedensplatz zu bauen. " Dort habe ich als Kind gebadet ", wiederholte Rode eine seiner Wortmeldungen im Stadtrat, die seine Ratskollegen der anderen Fraktion dazu bewogen habe, diesen Standort fallenzulassen. Diese Wortmeldung im Rat und die anderen vielen mehr haben ihm nach eigener Darstellung den Titel " Chefdiskutierer Rode " eingebracht. " Damit kann ich gut leben, ich sage eben meine Meinung zu den Problemen in der Stadt ", sagte der Oschersleber. Diese Meinungsvielfalt vermisse er bei den anderen Stadtratsfraktionen. Dort gebe es einige wenige Abgeordnete, die die Richtung vorgeben würden, die restlichen schweigen und hätten bei den Ratssitzungen noch nicht ein Wort gesagt. " Wir vertreten die Meinung der Bürger und nicht die der Parteien ", nannte er einen Schwerpunkt der FBI-Politik.

Das bekräftigte Eckhardt Römmer, ehemaliger Bürgermeister von Klein Oschersleben, und für die bevorstehenden Kommunalwahlen Vertrauensperson für die Freie Bürger Initiative Oschersleben. " Die FBI ist eine Möglichkeit für die Bürger, die sich bei den etablierten Parteien nicht aufgehoben fühlen und nicht politischen Zwängen unterliegen wollen ", verdeutlichte er. Als Vertrauensperson ist Römmer dafür verantwortlich, dass die FBI die für die Wahl nötigen Formalien erfüllt. Wie andere Wahlbewerber auch.

Zu den Formalien gehört auch, dass die FBI bis zum 13. April beim Wahlleiter für die Verwaltungsgemeinschaft Oschersleben ihre Listen einreicht. Bei einer zweiten Veranstaltung ( Donnerstag, 2. April, 18 Uhr, Café Ruff ) will die Freie Bürger Initiative die Kandidatenlisten aufstellen und das Wahlprogramm abstecken. Für Oschersleben, Altbrandsleben, Hornhausen, Ampfurth, Groß Germersleben und Schermcke will die FBI bis dahin noch Kandidaten f nden.

Die Aussagen zum FBIWahlprogramm blieben noch vage. Die Oschersleber Wirtschaft solle durch das Finden von ansiedlungswilligen Investoren gestärkt, Leistungsträger durch geringere Steuern entlastet werden. Die wegen des Defzites im Haushalt erhöhten Steuern sollen wieder gesenkt werden. Und auch die Oschersleber Stadtverwaltung hat die Freie Bürger Initiative im Visier mit der Forderung, die Verwaltung muss ihre Kosten senken. Bürgernähe und wirtschaftliche Möglichkeiten sind die Schwerpunkte, für die sich die FBI einsetzt.

FBI-Stadtrat Wolfgang Rode fügte eine konkrete Forderung hinzu, für die der Oschersleber Rat nicht vordergründig zuständig ist. " Wir müssen Bürgermeister Dieter Klenke in der kommenden Stadtratssitzung auffordern, im Namen des Rates ein Protestschreiben an den Landkreis zu richten, in dem wir uns gegen die Ungerechtigkeit bei den unterschiedlichen Müllgebühren im Kreis aussprechen ".