Nach der Einbruchsserie in Domersleben, Hohendodeleben und Schleibnitz hat die Polizei jetzt eine besondere Ermittlungsgruppe " Nachtzeit " ins Leben gerufen. Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben wurden innerhalb von kurzer Zeit acht Häuser aufgebrochen. Meist schliefen die Bewohner in den oberen Etagen, während die Täter den Parterrebereich durchsuchten.

Wanzleben / Domersleben / Hohendodeleben. Auf der Jagd nach den sogenannten " Phatombohrern " hat die Polizei nun auch eine besondere Ermittlungsgruppe " Nachtzeit " gegründet. Polizeisprecher Joachim Albrecht sagte gestern : " Die Beamten analysieren jetzt die Einbruchsfälle und werten die Zeugenaussagen sowie die Spuren aus. " Die Beamten seien in Alarmbereitschaft und kümmern sich intensiv um die Einbruchsserie, die verständlicherweise die Bevölkerung auch verunsichere. Zu den operativen Maßnahmen oder die Personalstärke der Ermittlungsgruppe wollte Joachim Albrecht keine weiteren Angaben machen.

Inzwischen sei ein weiterer versuchter Einbruch in ein Einfamilienhaus in Schleibnitz An der alten Gärtnerei gestern nachgemeldet worden. Die Bewohner hatten entdeckt, dass Unbekannte versucht hatten, die Terrassentür aufzubohren. Die Sicherungseinrichtung am Türknopf, eine " Drückerolive ", verhinderte das Eindringen der Täter. In der Nacht zum Mittwoch waren die Einbrecher in Einfamilienhäuser in Schleibnitz und Hohendodeleben eingebrochen ( Volksstimme berichtete gestern ). Die Zahl der Einbrüche ist damit in kurzer Zeit auf acht im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft " Börde " Wanzleben angestiegen.

Inzwischen wurde bekannt, dass die Bande auch vermehrt in Niederndodeleben, Irxleben und Barleben sowie auch in den äußeren Stadtteilen Magdeburgs aktiv waren. Auch aus dem Bereich Harz wurden ähnliche Fälle gemeldet. Den Namen " Phantombohrer " erhielt die Bande, weil die Täter oft auch in bewohnte Häuser eindringen ohne dabei von den Eigentümern gesehen zu werden. Wie ein Phantom spähen die Einbrecher ihre Objekte aus und dringen nachts mit einem leisen Akkubohrer über die Terrassentür ein. " In der Regel erfolgten die Einbrüche nach Mitternacht, wenn alle schlafen. " Obwohl die Täter jederzeit von den Bewohnern ertappt werden könnten, durchsuchen sie meistens die untere Wohnetage nach Wertgegenständen ", erklärte gestern Polizeisprecher Joachim Albrecht. Wenn die Bewohner die Täter bemerken, f iehen sie umgehend und sind so dreist, dass mit den Fahrzeugschlüsseln aus den jeweiligen Häusern auch noch der Pkw der Hauseigentümer entwendet wird. Nach bisherigen Erkenntnissen der Kripo sei das Diebesgut kurzer Hand in die gestohlenen Fahrzeuge eingeladen und später an einem verabredeten Standort umgeladen worden sein.

Die Polizei arbeite in der Sache inzwischen " mit enormen Aufwand ". " Wir sind dabei auf die Hilfe aus der Bevölkerung angeweisen ", erklärt Albrecht. So hätten die Bewohner in den betroffenen Wohngebieten zwar Personen und Fahrzeuge bemerkt, niemand konnte aber bisher eine nähere Beschreibung abgeben oder sich an einen Fahrzeugtyp erinnern. Der Tipp der Polizei : Sprechen Sie fremde Personen an und merken Sie sich das amtliche Kennzeichen und gegebenenfalls den Typ von verdächtigen Fahrzeugen im Wohngebiet. Die Täter baldowern in jedem Fall ihre Ziele vorher mit Akribie aus. Werden verdächtige Personen bemerkt, sollte die Polizei unter ( 03904 ) 4780 oder gegebenfalls unter dem kostenlosen Notruf 110 verständigt werden. Es sei außerdem empfehlenswert, Wertgegenstände und Fahrzeugschlüssel über Nacht in die oberen Räume mitzunehmen. Ein Handy oder Telefon im Schlafzimmer neben dem Bett, könne im Ernstfall nützlich sein.