Mit dem Rückgang der Unfallzahlen passt sich der Zuständigkeitsbereich des Revierkommissariats für das Jahr 2008 den Trends im Land und auch im Landkreis Börde selbst an. Gestern wurde im Revierkommissariat die Bilanz für das Vorjahr vorgestellt.

Oschersleben. " Die Aussage ‚ weniger Unfälle ‘, wie sie auf das Land Sachsen-Anhalt bezogen, getroffen wurde, trifft auch bei uns zu ", erklärte der Leiter des Revierkommissariats Oschersleben, Roland Wulff, als er gemeinsam mit dem Leiter des Verkehrsermittlungsdienstes, Rüdiger Junge, die Verkehrsunfallbilanz für das zurückliegende Jahr vorstellte. Sie bezieht sich auf den Zuständigkeitsbereich des Revierkommissariats, der den Bereich derVerwaltungsgemeinschaften Oschersleben, Westliche Börde und Obere Aller umfasst. Die Zahl der Unfälle ist demnach von 1298 im Jahr 2007 auf 1263 im Jahr 2008 zurückgegangen, das entspricht einem Rückgang von 2, 7 Prozent.

Im Gegensatz zu den Verkehrsunfällen mit Sachschaden ( 2007 : 1132, 2008 : 1092 ) ist bei den Unfällen mit Personenschaden eine leichte Tendenz nach oben zu erkennen. Standen in der Statistik von 2007 in diesem Bereich noch 166, so waren es 2008 171. Doch erfreulich ist, dass die Zahl der getöteten Personen von fünf auf eins gesunken ist. " Jedes Menschenleben, das zu beklagen ist, ist eins zuviel ", so Wulff. Auch die Zahl der Leichtverletzten sank um 11 von 179 im Jahr 2007 auf 168 im Jahr 2008. Bei der Zahl der Schwerverletzten war eine Steigerung von 36 auf 42 zu erkennen.

Bezüglich der Unfallursachen sind die Wildunfälle das Thema Nummer eins. Allein hier standen 304 Unfälle zu Buche. Schwerpunkte waren die B 245 a zwischen Barneberg und Hohnsleben ( 16 Wildunfälle ), die L 24 zwischen Schermcke und Seehausen ( 12 ), die L 104 zwischen Hornhausen und Ottleben ( 11 ) sowie die B 246 zwischen Hornhausen und Neuwegersleben ( 10 ). Die Bereiche sind als Unfallschwerpunkte gekennzeichnet, die meisten dieser Unfälle passierten in der Dämmerung oder in den Nachtstunden. " Wir arbeiten mit den Jagdpächtern zusammen, um geeignete Gegenmaßnahmen zu fnden ", kündigte Rüdiger Junge an. Der Versuch, das Wild mit CDs an den Bäumen von der Straße abzulenken, habe sich, so Junge, nicht als Allheilmittel erwiesen.

Auf den folgenden Rängen der Statistik der Unfallursachen rangieren Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren ( 253, zumeist so genannte Parkplatzunfälle ), bei der Vorfahrt ( 113 ), beim Sicherheitsabstand ( 112 ) und bei der Geschwindigkeit ( 105 ). " Von der Zahl der Unfälle unter Einwirkung von Alkohol, 32 waren es 2008, sollte man sich nicht täuschen lassen ", meinte der Kommissariatsleiter. Denn den Unfällen gegenüber stehen auch 127 folgenlose Trunkenheitsfahrten, bei denen die Fahrzeugführer mindestens 0, 5 Promille hatten. " Und davon waren 72 im Straftatenbestand, das heißt über 1, 1 Promille ", so Junge. In diesem Zusammenhang wies Roland Wulff auch darauf hin, dass die Verkehrsüberwachung ein stetiges Thema sei. Je nach Einsatzaufkommen, würden mal mehr, mal weniger Kontrollen durchführt werden.

Rüdiger Junge konnte gleichzeitig auch die neuesten Zahlen, die dieses Jahr betreffen vorlegen. " Wir hatten bis einschließlich heute in diesem Jahr drei Verkehrsunfälle unter Alkoholeinwirkung und 28 Trunkenheitsfahrten. " Nachdem es in diesem Jahr bereits ein Feststellung zum Fahren unter Einfuss von Betäubungsmitteln gab, kündigen die Polizeibeamten an, dieses in diesem Jahr " stärker unter die Lupe zu nehmen ".

Einen Schwerpunkt setzen die Beamten auch auf die Ermittlungen nach dem unerlaubten Entfernen vom Unfallort. " Unfallfucht ist ein Straftatbestand ", unterstrich Wulff. Um so erfreulicher ist es, dass beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort ein leichter Rückgang von 187 ( 2007 ) auf 178 ( 2008 ), aber eine Steigerung der aufgeklärten Fälle von 32 ( 2007 ) auf 52 ( 2008 ) zu verzeichnen war. " Es ist schwierig, mit wenigen Anhaltspunkten zu ermitteln, aber was angezeigt wird, wird von uns auch bearbeitet ", erklärte Junge.