Die Anwohner der kleinen Einbahnstraße Bergstraße in Wanzleben staunten am Freitag vergangener Woche nicht schlecht als eine Bauf rma mit dem Aufbau der Straßenbeschilderung fertig war. Getreu dem Motto doppelt hält besser, wurde die Straße in eine Richtung gleich zweimal mit Sackgassenschildern bestückt, die Straße gleich zweimal gesperrt und großzügig mit Halteverbotsschildern versehen. Dem ( Schild ) - bürgerstreich setzte das Bauamt noch gestern ein Ende.

Wanzleben. Als Renate Franke am Wochenende sich den aufgeforsteten Schilderwald in der Bergstraße näher ansah, traute sie ihren Augen nicht.

Oben, aus Richtung Geschwister-Scholl-Platz, Hohe Straße gesehen, wurden die Sackgassenschilder gleich zweimal aufgestellt. Auch mit Halteverbotsschildern sparten die Bauleute nicht. Unterhalb der Straße, also aus Richtung Schlossplatz kommend, stehen hingegen gleich ein allgemeines Gesperrtschild, eine Warnbake, die die Straße zur Hälfte sperrt und ein " Durchfahrt-Verboten-Schild ". Was das bloß soll ?, fragt die Leserin.

Der Hintergrund des Schilderwaldes : Im Auftrag des Trink- und Abwasserverbandes Börde wird an dieser Stelle punktuell die Fahrbahn aufgerissen, um die Hausanschlüsse zu erneuern. In dieser Woche sollen die Arbeiten dazu abgeschlossen werden. Da es aber zu erheblichen Verkehrseinschränkungen in der kleinen schon aus baulichen Gründen sehr engen Straße kommen kann, hat die Baufirma eine Sperrung der Straße beantragt. Wie es in diesen Fällen üblich ist, muss darüber die Kommune entscheiden und einen Schilderplan erstellen. Im konkreten Fall machte dies das Bauamt. Dessen Leiter Olaf Küpper erklärt, dass es einen solchen Schilderplan gegeben hat.

Nach seinen Unterlagen hätte auf beiden Seiten der Bergstraße ein Sackgassenschild stehen müssen und das feststehende Durchfahrt-Verboten-Schild ( weißer Querstrich auf roten Untergrund ), das von der Einbahnstraße am Fuße der Bergstraße herrührt, hätte eigentlich abgedeckt sein müssen. War es aber nicht. Aus diesem Grund war die Straße sozusagen doppelt gesperrt. Dabei war der Hinweis " Sackgasse " und die einfache Sperrung dafür gedacht, dass die Anwohner bis zur Baustelle an ihre Grundstücke kommen sollten.

Gestern ging Bauamtsleiter Olaf Küpper auf Volksstimme-Anfrage der Sache nach. Dabei stellte sich heraus, dass die Baufirma sogar eine Spezialfirma zum Aufstellen der Schilder beauftragt hat. Und diese habe tatsächlich " einiges durcheinander gebracht ", sagte Küpper. Der Schilderdschungel werde aber so schnell wie möglich in Ordnung gebracht, sagte er. Wie es zu der falschen Beschilderung kam, konnte auch Küpper sich gestern nicht erklären. " Es gibt einen von uns klar formulierten Schilderplan, der auch so ausgeführt werden muss. In manchen komplizierten Fällen werden dazu sogar Schaubilder angefertigt ", erklärt der Bauamtsleiter. In diesem Fall wären diese wohl auch nötig gewesen.