Der Jugendhilfeausschuss des Bördekreises wird sich Hilfe von außen einkaufen. Die Mitglieder haben in ihrer Sitzung, die in dieser Woche in Oschersleben stattfand, einstimmig beschlossen, eine gGmbH für die Jugendhilfeplanung zu beauftragen.

Landkreis Börde. Hilfe von außen mit ins Boot holen – dafür haben sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschuss des Bördekreises in ihrer Sitzung entschieden. Einstimmig haben die Frauen und Männer beschlossen, die Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich zu beauftragen, dem Jugendhilfeausschuss " im Prozess der Neuorganisation der Jugendarbeit im ländlichen Raum " zu begleiten. Ziel ist, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nach deren Bedürfnissen vor dem aktuellen Hintergrund des demograf schen Wandels neu zu gestalten.

Das Projekt mit dem Namen " Camino " werde strukturelle Änderungen bringen, kündigte Jugendamtsleiter Hans-Joachim Jakobi an, der das Projekt als hilfreich ansehe, " weil es von außen, neutral auf die Entwicklungen sehe ". Als abschließend Dezernent Joachim Hoeft anmerkte, dass " wir als Ausschuss allein keine Jugendhilfeplanung machen können ", gab es von den Mitgliedern keinen Einwand. Dabei war im Übrigen allen klar, dass dieses Projekt allein aus der Jugendpauschale bezahlt werden müsse. Doch " eventuell können wir Fördermittel beantragen ", merkte Angelika Brandt vorsichtig an. Der Beschlussvorlage wurde einstimmig zugestimmt.

Eher heiß diskutiert wurden anschließend die sogenannten Leitlinien-Controllings

2008 / 2009. Dieses Schriftstück basiert auf Vor-Ort-Besuchen der Ausschussmitglieder in den geförderten Jugendeinrichtungen des Landkreises. Dabei wollten sie herausf nden, wie die geleistete Jugendarbeit von den jungen Nutzern angenommen wird und wie der f nanzielle Bedarf aussieht. Mit den vergleichbaren Ergebnissen könne dann eine gemeinsame Richtlinie zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit erdacht werden, die aufgrund der Fusion zum Bördekreis im Jahr 2007 notwendig sei. Bei dieser Besuchs-Runde habe sich herausgestellt, dass es zwischen den einzelnen Trägern deutliche Unterschiede gebe, resümierte Peter Staufenbiel. Während diese Botschaft für die Mehrheit der Ausschussmitglieder nichts neues war, fragte Sabine Dutschko, wie der Ausschuss nun mit den Ergebnissen weiterverfahren werde. Nachdem Jens Ackermann einwarf, dass " die Einrichtungen ein Feedback erwarten ", entgegnete Sabine Dutschko, dass sie " die Resultate aber nicht unkommentiert weitergeben können ". Bevor die Diskussion ausgeartet wäre, beendete der Vorsitzende Peter Telschow den Diskurs mit dem Entschluss, dass jeder Träger nur die Ergebnisse erhalte, die seine Einrichtung betreffen.

Übrigens war der Grund für die in Oschersleben stattf ndende Sitzung die Kindertagesstätte " Wawuschel ". Leiterin Susanne Specht berichtete von der Entwicklung zu einem Kompetenzzentrum für frühkindliche Förderung.