Um den Haushaltsplan für 2009 geht es am morgigen Mittwoch im Oschersleber Rathaus in einer gemeinsamen Beratung von Finanz- und Hauptausschuss. Unter anderem steht die Frage, ob der Bau eines Radweges in der Breitscheidstraße noch in den Plan aufgenommen wird.

Oschersleben. Bis zum 25. März müssen sich die Anwohner der Oschersleber Breitscheidstraße und angrenzender Straßen noch gedulden. Dann werden sie wissen, ob sie noch in diesem Jahr einen Radweg bekommen oder nicht. Denn am 25. März setzt sich der Oschersleber Stadtrat zusammen, um den Haushaltsplan für 2009 und damit möglicherweise auch den Bau eines Radweges zu beschließen.

Im ursprünglichen Entwurf des Etats war von solch einem Projekt nichts zu lesen. Dass die Mitglieder des Stadtrates inzwischen über diesen Weg zumindest diskutieren, hat eine Bürgerinitiative erreicht. Die hatte zunächst Stadtrat und Fachausschüsse mit diesem Problem konfrontiert und dann mit einer Unterschriftensammlung ihrer Forderung Nachdruck verliehen.

Auslöser für diese Initiative ist die Tatsache, dass im Herbst vergangenen Jahres auf der westlichen Seite der Breitscheidstraße ein Weg eingeebnet worden ist, der zwar mehr schlecht als recht, aber für viele Radfahrer besser als gar nichts war. Jetzt parken dort auf der eingeebneten Fläche vor allem Autos, so dass der Weg für Radfahrer tabu ist. Sie müssen nun entweder auf die Holperstraße oder – was wider die Verkehrsordnung und nicht minder gefährlich ist – auf den gegenüberliegenden Gehweg ausweichen. Für viele Bewohner dieses Bereichs ist das ein unhaltbarer Zustand, vor allem sorgen sie sich um die Gesundheit ihrer Kinder. Zumal diese Strecke nicht nur von den Anwohnern, sondern im Sommer zudem von den vielen Besuchern des Schwimmbads genutzt wird.

Sorgen bereitet das Ganze beispielsweise Susann Staatz, die deshalb gemeinsam mit Norbert Stiller und anderen Mitstreitern besagte Unterschriftensammlung gestartet und das Zwischenergebnis von mehr als 250 auch schon im Rathaus übergeben hat. Woraufhin die Verwaltung vom Stadtrat beauftragt worden ist, die möglichen Kosten zu ermitteln.

Das Ergebnis liegt nun vor, wie Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig auf Anfrage bestätigt. 70 000 Euro würde ein 330 Meter langer Radweg von der Einfahrt Schillerstraße bis zur Brauerei kosten, der in beide Richtungen zu benutzen und aus Bitumen wäre. Für eine einfachere Variante aus Pf astersteinen wären etwa 35 000 Euro erforderlich.

Ob die Stadt gewillt ist, das Geld auszugeben, wird sich am 25. März in der Ratssitzung zeigen. Wobei schon am morgigen Mittwoch eine Tendenz zu erkennen sein wird, wenn sich der Haushalts- und der Finanzausschuss im Rathaussaal in Sachen Haushaltsplan zusammensetzen.

" Wir hoffen sehr, dass die Ausschussmitglieder in unserem Sinne handeln ", sagt Susann Staatz. Im Falle einer Ablehnung werde sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern weitere Aktionen starten. " Beispielsweise haben wir die Unterschriftensammlung unterbrochen, um abzuwarten, was passiert. Sollte nichts passieren, setzen wir diese Sammlung umgehend fort. "