In Oschersleben gibt es eine neue Schulsozialarbeiterin. Franziska Ribbert ist seit Anfang Februar an der Puschkin-Sekundarschule eingesetzt, um Schüler und Lehrer zu unterstützen.

Oschersleben. Vertrauen ist ein wertvolles Gut, das nur langsam aufgebaut werden kann. Das weiß auch Franziska Ribbert. Die Schulsozialarbeiterin ist seit dem 9. Februar an der Oschersleber Sekundarschule A. S. Puschkin tätig. Sie ist eine von acht Schulsozialarbeiterinnen, die jetzt für knapp zwei Jahre an Bildungseinrichtungen im Bördekreis eingesetzt sind.

" Ich bin schon mit einigen Schülern ins Gespräch gekommen ", berichtet die 29-Jährige. " Ich sehe mich als eine Art Brücke zwischen den Schülern und Lehrern, aber auch den Eltern ", erklärt die Magdeburgerin. In den ersten Wochen habe die sympathische Frau sich in den einzelnen Klassen vorgestellt und Flyer mit ihren Eckdaten verteilt. " Besonders die Jüngeren reagierten sehr offen auf mich ", berichtet Franziska Ribbert. Ihre Anfangsoffensive und ihre täglichen Präsenz auf dem Schulfur und -hof haben auch schon die ersten Hilfesuchenden in ihr Büro im dritten Stock geführt. " Meistens sind Konfikte unter den Schülern das Problem ", sind ihre ersten Ergebnisse. Aber auch Schüler, die sich im Unterricht nicht konzentrieren könnten sowie das Liebesleben seien Themen, die die Mädchen und Jungen mit der Schulsozialarbeiterin bisher besprochen haben.

" Oft reicht es aus, wenn die Kinder einen Erwachsenen haben, der ihnen zuhört ", erklärt Franziska Ribbert und ergänzt : " Die Beziehung von Schüler zu Lehrer ist eine ganz andere als zu uns Schulsozialarbeitern. " Diesen Vorteil wolle Franziska Ribbert nun nutzen, um in die Welt der Kinder und Jugendlichen einzutauchen und ihnen bei ihren Problemen zu helfen. Um diese Sorgen zu erkennen, " muss ich jetzt ersteinmal beobachten ". Nur so könne sie dann gezielt Projekte planen, die den Kindern Spaß bereiten und einen Nutzwert, wie die Raucherentwöhnung, erfüllen. Doch bevor Franziska Ribbert sich an die Planung setzt, will sie bis zu den Sommerferien erst einmal das Vertrauen der Schüler für sich gewinnen. " Wenn sich die Mädchen und Jungen trauen, über ihre Ängste und Nöte zu reden, läuft das nunmal über die persönliche Ebene ab ", weiß die 29-Jährige, deren Einsatz an der Puschkin-Schule durch den Internationalen Bund zunächst für zwei Jahre bewilligt ist.

Hintergrund ist ein Projekt, das die Arbeiterwohlfahrt ( AWO ) in diesem Jahr gestartet hat. Ziel dieser Initiative ist, die Quote der Schulabbrecher zu senken ( Volksstimme berichtete ). Im Zuge dessen wurde in Haldensleben eine Netzwerkstelle eingerichtet, die durch Enrico Viohl betreut wird. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem das Verknüpfen und Koordinieren von örtlichen Vereinen, Verbänden und Ämtern. " Die Schulsozialarbeiter sollen keine Einzelkämpfer sein ", erklärt der 39-Jährige, was er am Beispiel von Franziska Ribbert verdeutlicht. Als Magdeburgerin könne sie in Oschersleben nicht alle Hilfsangebote der verschiedenen Träger kennen, " wenn sie ein spezielles Projekt plant, kann ich ihr Ansprechpartner in ihrer Region nennen ", sagt Enrico Viohl, der elf Jahre lang als AWO-Sozialarbeiter im Alt-Bördekreis gearbeitet hat. So würden örtliche Angebote mehr genutzt und die Kooperationen vertieft. Und was für den Netzwerkstellenleiter vor allem wichtig ist, " wir sparen eine Menge Zeit, die den Kindern und Jugendlichen zu Gute kommt ". Zum Tage