Die sieben in die Mauer nahe des Domersleber Kirchengeländes eingelassenen Sandstein-Kreuze sollen noch in diesem Jahr ausgebaut, geborgen und in die Kirche gebracht werden. Durch das feuchte Erdreich hinter der Mauer hatte sich Feuchtigkeit in den Sandstein gezogen, der das Material verwittern und zerfallen lässt. In Zusammenarbeit mit einem freischaffenden Bildhauer sollen die Kreuze nun durch Sandsteine ersetzt werden.

Domersleben. In einem sind sich alle einig. Die Bergung der sieben historischen Sandsteinkreuze muss schnell erfolgen, ansonsten drohen die steinernen Zeugnisse noch mehr zu verwittern. Der Zustand verschlechtere sich zusehends.

Domerslebens Bürgermeister Bernd Meyer hat bereits eine Baugenehmigung für den Umsetzung der Mauerkreuze vorliegen. Auch Sponsoren für die neuen Ersatzsandsteine, die an die Stelle der Kreuze eingesetzt werden sollen, gibt es schon. " Wir danken dabei ganz herzlich der Familie Lauenroth aus Groß Rodensleben, die uns dabei unterstützt ", erklärt Bernd Meyer. Er könne sich vorstellen mit Hilfe der kommunalen Sanierungsgesellschaft die Steine auszubauen. Die entsprechende Fachaufsicht könnte der freischaffende Bildhauer Frank Sobirey übernehmen.

Näheres soll dazu aber erst im Bauausschuss am 25. März ab 19 Uhr im Kulturhaus eine Rolle spielen. Danach könnte Bernd Meyer mehr zum Ablauf sagen.

Steinkreuze sollen in die Kirche " umziehen "

Pfarrerin Felicitas Haupt freut sich darüber, dass die sieben Kreuze nun endlich gerettet werden sollen. Auch sie weiß, dass sich durch die Feuchtigkeit des hinter der Mauer befindlichen Erdreiches der Zustand der Mauerkreuze aus Sandsteine verschlimmert.

Der Kirchengemeinde gehören die Kreuze zwar nicht, die Pfarrerin hatte dennoch das Denkmalamt auf die Verwitterung hingewiesen.

Die Kreuze sollen noch in diesem Jahr in die Kirche gebracht werden. Hier sind sie vor dem Verfall geschützt.

Seit zwei Jahren sei man bereits am Verhandeln und nun komme offensichtlich endlich Leben in die Sache. " Das sind wichtige einmalige geschichtliche Zeugen, die dringend erhalten werden müssen ", sagt Pfarrerin Felicitas Haupt.

Einen entsprechenden Eintrag gibt es auch in der Domersleber Ortschronik. Bürgermeister Bernd Meyer brachte übrigens am Dienstag die neue Ortschronik für das Jahr 2008 von Ernst-Georg Merbt in die Heimatstube, wo sie Sigrid Kramer entgegennahm. 1945 hatte Herrmann Merbt begonnen die Ortschronik zu schreiben. Die Chronistenarbeit führte dessen Sohn Martin fort. Heute arbeitet Herrmann Merbts Enkel Ernst-Georg die Geschehnisse rund um Domersleben auf.

Könnten sehr alte Grabkreuze sein

In einer von Martin Merbt geführten Chronik heißt es, dass die sieben Kreuze eine " der ältesten erhaltenen Zeugnisse aus der Geschichte Domerslebens sind. "

In der Chronik wird vermutet, dass es sich um Grabkreuze handeln könnte. So heißt es : " Eines trage die Innschrift, Cordt von Domersleve ‘. Dieser Mann lebte Mitte des 13. Jahrhunderts und wird um 1236 mehrfach als Zeuge bei Beurkundungen des Klosters Berge genannt. "