Der Wanzleber Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht für das " Multifunktionale Soziale Zentrum " am ehemaligen Wanzleber Bahnhof als IBA-Vorhaben gegeben. Damit stehen nur noch die nicht abgeschlossen Kaufverhandlungen über das Objekt mit der Bahn dem Vorhaben im Weg. Aber auch die sollen nach Angaben von Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt noch im April abgeschlossen werden.

Wanzleben. " Jetzt hat das Projekt endlich auch einen Namen ", freut sich Wanzlebens Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt bei der Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag. Er spricht den geplanten Umbau des ehemaligen Bahnhofs an, für den der Wanzleber Stadtrat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag folgenden Beschluss gefasst hat : " Der Stadtrat beschließt das Projekt, Multifunktionales Soziales Zentrum ‘ im Rahmen des IBA-Themas, Urbane Familienfelder ‘ aufzunehmen und als IBA-Projekt zu benennen. " Damit dürfte auch eine Förderung des Vorhabens gesichert sein. Minister Karl-Heinz Daehre hatte bereits Anfang Dezember 2008 bei einem Arbeitsbesuch angekündigt, dass das Land das Projekt mit ins Fördermittelprogramm " Stadtumbau Ost " aufnehmen wolle.

Nun stehen der Umsetzung des Vorhabens nur noch die Kaufverhandlungen mit der Bahn AG im Wege. Aber auch da sei man nach Angaben von Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt inzwischen einen Schritt weiter gekommen. Die Verhandlungen sollen noch im April abgeschlossen sein, sagte er. Die Wanzleber Wobau, als städtische Gesellschaft, kauft das Objekt und saniert den Bahnhof. Die Baukosten werden auf rund 650 000 Euro geschätzt. Anschließend soll es dem DRK als Nutzer vermietet werden. Der DRK-Kreisverband haucht dem Projekt dann Leben ein.

" Gerade der Standort Bahnhof assoziiert drei wichtige Komponenten, ankommen – verweilen – weitergehen ", erklärte Wanzlebens Bürgermeisterin Petra Hort in ihrem Antrag zur Beschlussvorlage. Anliegen des Projektes sei es, Bürgern Hilfe, Unterstützung und Beratung in schwierigen Lebenslagen zukommen zu lassen, Notlagen zu überbrücken und Hilfe sowie Motivation zur Selbsthilfe zu geben. In der konkreten Projektumsetzung bedeutet das : Die Wanzleber " Lebensmittelausgabestelle " wird in die Räume mit einziehen und eine Suppenküche sowie ein Kinderrestaurant sollen warmes Essen anbieten. Geplant sind demnach auch ein Kleiderstübchen und eine Tauschbörse. Weitere Inhalte : ein Wasch-, Bügel-, und Nähservice, ein Bildungszentrum für Familien, eine Werkstatt für Fahrräder und kleine Reparaturarbeiten und ein Wohnbereich. Auch die Außenanlage soll für die Arbeit mit den Familien genutzt werden.

Die Stadt müsse nun zunächst den Kauf der Bahnhofs-Immobilie abwarten. Diese steht seit 2002 leer.

Ein wichtiger Punkt in der Stadtratssitzung war auch der Beschluss des Haushaltsplanes. " Der ist seit Jahren ausgegelichen, aus diesem Grund ist es auch möglich in diesem Jahr auf Rücklagen zurückzugreifen ", sagte Bürgermeister Petra Hort. Die Hilfe aus dem Konjunkturpaket sei da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Stadtrat Frank Hursie ( SPD ) sprach aus Sicht seiner Fraktion der Verwaltung seinen Dank aus. " Wir sind sehr froh, dass wir wieder einen ausgeglichenen Haushalt haben ", sagte Hursie.

Gudrun Tiedge von der Partei Die Linke sagte : " Die Rücklagen haben wir unserer Sparsamkeit zu verdanken. " Claudia Krull von der CDU-Fraktion erklärte : " Mit dem Haushaltsplan sind wir arbeitsfähig. Mit den Rücklagen konnten wir langfristige Investitionen vornehmen. " Hans-Peter Trieb von der Freien Wählergemeinschaft äußerte sich in diesen Zusammenhang ebenfalls zufrieden über den ausgeglichenen Haushalt.

Weiterhin beschlossen wurde die Erweiterung des Sanierungsgebietes " Wanzleben Altstadt ". Die Stadtverwaltung wurde mit dem einstimmigen Beschluss beauftragt, den Antrag zu stellen, das Sanierungsgebiet um die alten Grenzen des Untersuchungsgebietes ( Karnipstraße, Gute Straße, Kleine und Welsche Straße, Sarrestraße, Fußweg in der Lindenpromenade und Verlängerung der Alten Promenade ) zu erweitern. Hier sollen die städtebaulichen Missstände und Mängel durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln behoben werden. So soll beispielsweise die teilweise stark beschädigte Stadtmauer und die dort bef ndliche Grünfäche saniert werden.