Stoppen kann sie bekanntlich nur ein Begrenzungspfahl … "Torfrock", die beinharten Stimmungsmacher aus dem Norden lassen es beim diesjährigen "Rock am Denkmal" in Hötensleben krachen. Die Veranstalter gaben in dieser Woche erstmals Einzelheiten zum Sommerspektakel am 24. Juli an der ehemaligen Grenze bekannt.

Hötensleben. Man werde in diesem Jahr bei "Rock am Denkmal" kleinere Brötchen backen – zumindest im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren. So hatte es Organisationsleiter Thomas Malcher hinter vorgehaltener Hand gegenüber der Volksstimme bereits angekündigt. Dennoch ist es gelungen, eine Zugnummer mit eingebauter Stimmungsgarantie nach Hötensleben zu lotsen. "Torfrock" ("Beinhart", "Volle Granate, Renate") werfen sich für den Denkmalrock in die Waagschale.

Die negative Wucht unter anderem des Finanzausgleichsgesetzes, sprich sinkende Einnahmen bekommt auch die Gemeinde Hötensleben zu spüren, sodass die Investition zur Verfügung stehender Mittel wohlbedacht sein will. Man könne nicht einerseits von Sparmaßnahmen reden und anderseits tausende von Euro hinauspulvern, zeigt Malcher Verständnis für die Kürzung des Veranstaltungsetats. Außerdem – und das sei noch der wesentlichere Punkt – fielen vor dem Hintergrund der Finanzkrise die Sponsorengelder knapper aus. Alles in allem bedeutet das eine schmalere Börse, jedoch keinesfalls eine Schmälerung des Festes.

"Kultur kostet nun mal auch Geld", argumentiert Thomas Malcher. "Die Gemeinde hatte enorme Probleme, den Haushaltsplan rund zu bekommen, der ja die Legitimation für die Durchführung unserer Kulturveranstaltung darstellt. Und aufgrund der allgemeinen prekären Finanzsituation war es ohnehin notwendig, das Festival in diesem Jahr zu verkleinern." Komplett streichen, das kam nicht in Frage. Und so klein ist das Brötchen schließlich auch nicht, das im Juli kredenzt wird. Was wiederum nicht zuletzt an den treuen Partnern liege – Thomas Malcher dazu: "Trotz allem, ohne unsere Sponsoren wäre die Durchführung ohnehin nicht möglich, da wir ja kein kommerzielles Open Air-Unternehmen sind, wo natürlich alle entstehenden Kosten auf den Kartenpreis umgelegt werden, und das auch gar nicht sein wollen. Die Kosten für ,Rock...Kultur am Denkmal‘ tragen zum Teil unsere Partner und Sponsoren, somit kommt dies direkt den Besuchern zugute."

So wird 2010 auch eine Veranstaltung nach dem Motto "Zurück zu den Wurzeln!" Kein überregionales Mega-Ereignis mit internationaler Starbesetzung wie in den vorigen zwei Jahren, sondern in wieder etwas beschaulicherem Rahmen für die Region. "Kleiner bedeutet auf keinen Fall schlechter, so viel sei jetzt schon versprochen", betont Thomas Malcher. "Wir haben versucht, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln einen tollen Sonnabend zu organisieren." Der Rock bleibt also 2010 auf einen Tag begrenzt. Ein größeres, über zwei Tage gestrecktes Festival könnte es nach aktuellen Gedankenspielen womöglich im kommenden Jahr und dann immer im Zwei-Jahres-Rhythmus geben.

Doch weg von der Zukunftsmusik, Malcher ist überzeugt davon, ein Spektakel der Sonderklasse bieten zu können: "Die Veranstaltungen am Grenzdenkmal beweisen seit 1997, dass die Region feiern und Spaß haben kann. Spaß werden wir mit den Jungs von Torfrock garantiert haben!" Bekannt wurden die Küstenrocker spätestens mit der Comic-Verfilmung "Werner – Beinhart!" und ihrem gleichnamigen Hit. Markante Köpfe sind die Gründungsmitglieder Klaus Büchner (ehemals auch der kleine Klaus von "Klaus & Klaus") und der bärtige Bassist Raymond Voß.

"Es werden noch weitere Bands ins Programm aufgenommen, die ebenfalls dafür sorgen, dass es an der Schöninger Straße ordentlich ,kesselt‘", kündigt Malcher an. Weitere Informationen will man in den nächsten Tagen bekannt geben. "Wir freuen uns jedenfalls auf die Veranstaltung und ein begeistertes Publikum."

 

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