Zahlreiche Besucher aus nah und fern haben sich am Montag in Wulferstedt die Windmühlen angeschaut. Anlässlich des Deutschen Mühlentages hatten der Förderverein und Uwe Scheffler dazu eingeladen.

Wulferstedt. Viel zu tun hatte Uwe Scheffler in der Wulferstedter Bockwindmühle am Montag. Unaufhörlich drehte sich das Flügelkreuz der ehemaligen Dieckmannschen Mühle am Ortseingang von Wulferstedt aus Oschersleben kommend. Nicht nur der Dieselgenerator sorgte für zahlreiche Flügelumdrehungen, sondern auch jede Menge frischer Wind. Mit einem Hebel, der durch eine Welle mit den Jalousien an den Flügeln verbunden ist, reagierte Uwe Scheffler auf die unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten. "Bei schwachem Wind schließe ich die Jalousien, bei starkem Wind öffne ich sie, damit sich die Flügel langsamer drehen", sagte Uwe Scheffler und spürte dabei genau, wie die derzeitige Windsituation war.

Das merkten auch die zahlreichen Besucher im Inneren der Mühle, denn hier begann es mitunter kräftig zu wackeln. "Bei starkem Wind schafft das Flügelkreuz bis zu 18 Umdrehungen pro Minute", erklärte Scheffler weiter. Insbesondere Monika Müller mit ihrer sechsjährigen Enkeltochter Lea aus Alikendorf interessierten sich dabei sehr für die Tätigkeiten des früheren Müllers. Uwe Scheffler erklärte die einzelnen Arbeitsschritte von der Reinigung des Getreides, über den Schrotgang bis hin zum fertigen Produkt. Er erläuterte dabei auch die Arbeitsweise des Sechskant-Sichters und der Absackvorrichtung. Wie die Besucher weiter erfuhren, erfüllte sich der gelernte Tischler und heutige Mühlenbesitzer, Volkhard Scheffler, mit dem Erwerb der Wulferstedter Mühle einen persönlichen Traum. In Eigenleistung und tatkräftiger Unterstützung von der Familie sanierte er das marode Bauwerk und stellt es seit 2001 für die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Einen regen Besucherandrang verzeichnete auch die Bockwindmühle im Westen von Wulferstedt, die von den Mitgliedern des Fördervereins Bockwindmühle Wulferstedt erhalten und betreut wird. Nicht nur Gäste aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Magdeburg, Berlin, Köln, Thüringen, dem Harzkreis oder Niedersachen nutzten diesen Tag für eine Rundreise zu den Mühlen der Region.

Hier drehte sich das Mühlenkreuz allerdings nicht, denn durch den starken Wind ließ Irina Weiher vom Mühlenverein höchste Vorsicht walten. "Wir haben die Bremse am Kammrad aus Sicherheitsgründen nicht gelöst", erklärte sie und verwies auf die zahlreichen kleinen Besucher, die das Mühlengelände auf eigene Faust erkundeten. "Die Sicherheit steht ganz einfach im Vordergrund und das Risiko an diesem Tag ist zu hoch", teilte sie weiter mit. Das hielt jedoch die Besucher nicht ab, an Führungen durch das Mühlengebäude teilzunehmen, sich die komplette Handhabung erklären zu lassen, das große Kammrad, den Hausbaum oder Sterz zu bewundern und so ganz nebenbei die ein oder andere Besonderheit zu erfahren. "Um die Lager in der Mühle zu schmieren, nehmen wir ein ganz spezielles Fett", klärte Irina Weiher auf und verwies auf eine Mischung von Schweineschmalz und Kernseife.

Doch nicht nur jede Menge Wissenswertes gab es für die Besucher zu erfahren, sondern auch die Gaumenfreuden ließen rund um beide Wulferstedter Mühlen keine Wünsche offen. Ehrenmitglied Renate Grosse vom Wulferstedter Mühlenverein verwöhnte dabei alle Besucher mit einer selbst gekochten Erbsensuppe.

Bilder