Der Tag danach: In Hadmersleben ist rund um die Sparkasse wieder etwas Ruhe eingekehrt. Statt der Polizisten sind nun Handwerker am beschädigten Gebäude anzutreffen. Erste Sicherungsmaßnahmen werden vorgenommen.

Hadmersleben. Die scheinbare Ruhe trügt. Der dreiste Banküberfall wird die Menschen in der Kleinstadt und darüber hinaus wohl noch eine Weile beschäftigen.

Gestern sah der Tatort schon eine Spur weniger dramatisch aus. Schutt und andere Spuren des nächtlichen Überfalls sind verschwunden. Nur der Bagger, mit dem die Räuber das Loch in die Giebelwand rissen, steht noch immer da. Gestern nahmen Vertreter der Firma Kleber und Heisserer aus Dippoldiswalde, der der Bagger gehört, das Baugerät genauer unter die Lupe. Da wird wohl nicht mehr viel zu machen sein, lautete der nüchterne Kommentar des Monteurs.

Bagger war gesondert gesichert

Im sächsischen Dippoldiswalde ist man jedenfalls geschockt. Und hier wird der Volksstimme bestätigt, was Polizeisprecher Joachim Albrecht bereits sagte: Der Bagger war gesondert gesichert. Da waren Könner am Werk, um das Baugerät in Gang zu bringen. Bei der Firma Kleber und Heisserer handelt es sich um eine Spezialtiefbaufirma, die in Hadmersleben am Ortseingang den Auftrag hatte, eine Brücke zu erneuern. Da es Probleme mit den Widerlagern gab und erst ein neues Baugrundgutachten erstellt werden muss, steht oder stand der Bagger gut vier Wochen unbenutzt auf der Baustelle. Der Aufwand, ihn zwischenzeitlich wieder zurück nach Dippoldiswalde zu bringen, wäre einfach zu groß gewesen. Jetzt muss der Bagger, oder was von ihm übrig blieb, in seinen Heimatort zurückgebracht werden. Gutachter sollen dann die Schadenshöhe ermitteln.

Während der abgebrannte Bagger an der Hadmersleber Sparkasse untersucht wurde, begannen die ersten Handwerker mit der Sicherung des Gebäudes. Jetzt, wo Schutt und Reste der Wandverkleidung beseitigt sind, ist das gesamte Ausmaß des Loches in der Giebelwand erst so richtig sichtbar.

Kundenverkehr ruht für zwei Wochen

Von Sparkassen-Vorstand Horst Dunkhorst ist zu erfahren, dass Fachleute und Gutachter bereits vor Ort waren und nun ihr Urteil auch über die Statik des Gebäudes abgeben müssen. "Hier liegen uns aber noch keine aktuellen Erkenntnisse und Zahlen vor. Daher ist es schwierig, den entstandenen Schaden zu beziffern", sagte Dunkhorst gestern der Volksstimme. Nachdem der Schaden aufgenommen, der Versicherung gemeldet ist, wäre der nächste Schritt die Giebelfassade wieder zu schließen, den Raum innen zu renovieren. Dann muss ein neuer Geldautomat eingebaut werden. "Ich gehe davon aus, dass der Kundenbetrieb in der Hadmersleber Filiale 14 Tage ruhen muss," schätzte Dunkhorst ein. Die Kunden werden so lange an die Geschäftsstellen in den umliegenden Orten verwiesen.