Im Tiergehege des Oschersleber Wiesenparks ist jetzt die erste lebenslange Patenschaft übernommen worden. Marc (8) und Isabeau (2) haben sich gemeinsam mit ihren Eltern dafür das kleine Wildschwein Rudi Rüssel ausgesucht.

Oschersleben. Die Geschichte fing sehr traurig an, als Ende vergangenen Jahres im Harz ein Jäger eine Bache erschossen und damit einigen Frischlingen die Mutter genommen hatte. Eines dieser Frischlinge entpuppte sich aber als Glücksschwein und bekam über Umwege im Oschersleber Wiesenpark ein Zuhause. Doch damit noch nicht genug. Denn nicht nur, dass sich die Tiergehege-Mitarbeiter liebevoll um das kleine Wildschwein kümmern, hat Rudi Rüssel, wie es inzwischen genannt wird, nun auch noch zwei Paten. Das sind die Geschwister Marc (10) und Isabeau (2) aus Emmeringen. Ihre Eltern Mandy Zeidler und Ulrich Hanusch haben gestern im Wiesenpark die Patenschaftsurkunde unterschrieben.

Dass zu dieser Unterzeichnung einige Leute mehr als sonst gekommen waren, unter anderem Freunde der Familie Zeidler sowie Amtsleiter Steffen Czerwienski und Abteilunsleiterin Sylvia Frehde, lag daran, dass mit der gestrigen Unterschrift eine für das Oschersleber Tiergehege neue Form der Patenschaft besiegelt worden ist. Denn diese Patenschaft endet nicht wie all die bisherigen nach einem Jahr, sondern besteht so lange wie Rudi Rüssel lebt. So lange also werden die Paten Jahr für Jahr der Stadt eine Tiergehe-Spende überweisen. Und nicht nur eine. Denn auch die beiden Patenschaften, die Mandy Zeidler und Ulrich Hanusch vor einem halben Jahr für Hirsch Heinrich und ein Muffel übernommen hatten, sind gestern auf Lebenszeit verlängert worden.

"Wir sind sehr oft hier im Wiesenpark und freuen uns, dass Oschersleben solch ein schönes Naherholungsgebiet besitzt", wie Mandy Zeidler sagt und sich im Namen ihrer Familie beim Stadtrat bedankt, der die meisten Mittel für den Erhalt dieser Anlage zur Verfügung stellt. Und Mandy Zeidler findet es zudem toll, dass immer mehr Bürger zur Finanzierung des Tiergeheges Patenschaften übernehmen. Inzwischen sind es 68, in den nächsten Tagen kommen weitere vier hinzu.

"Darüber freuen auch wir uns sehr", sagt die für die Anlage zuständige Stadt-Abteilungsleiterin Sylvia Frehde, die den Paten auch ein paar Sonderrechte zusichert. So dürfen beispielsweise Marc und Isabeau mit ihrem Paten-Wildschwein auch spazieren gehen. Allerdings nur noch höchstens ein halbes Jahr. Denn dann wird Rudi Rüssel aus dem Gröbsten raus und auf dem Weg sein, ein nicht ungefährliches Wildschwein zu werden, das dann wohl doch lieber mit Seinesgleichen im Gehege umhertollt.