Auf das 110-jährige Bestehen ihrer Wehr konnten am Wochenende die Eggenstedter Kameraden. Viele Gäste – darunter auch Gleichgesinnte aus anderen Feuerwehren der Umgebung – waren gekommen, um mit ihnen den Anlass entsprechend zu begehen. Und die Eggenstedter als Gastgeber ließen sich auch nicht lumpen, hatten sie doch für etwas mehr als einen Tag ein Programm aus gemütlichem Beisammensein, sportlichen Einlagen und musikalischer Unterhaltung auf die Beine gestellt

Eggenstedt. Wer am Sonnabend in Eggenstedt ein wenig länger schlafen wollte, wurde vermutlich kurz nach acht Uhr in der Früh doch von lautem Tatütata zahlreicher Feuerwehrfahrzeuge und Marschmusik geweckt. Der Grund: Die örtliche Feuerwehr feierte ihr 110-jähriges Bestehen und hatte dazu ein abwechslungsreiches Programm organisiert, mit dem sie auch Gäste aus Eggenstedt und Umgebung begeistern wollte.

Der Festumzug, zu dem sich die Feuerwehren der Einheitsgemeinden Stadt Wanzleben-Börde und Sülzetal sowie Kameraden der befreundeten Wehr aus Altbrandsleben eingefunden hatten, war nur ein Teil des Festgeschehens. Wer wollte, konnte nicht nur am Straßenrand stehen, sondern sich anschließen und erreichte am Ziel den Sportplatz.

Und dort wartete dann auch gleich der nächste Höhepunkt. Zehn Mannschaften aus den Wehren der Einheitsgemeinden Stadt Wanzleben-Börde und Sülzetal hatten sich angemeldet, um sich im Löschangriff nass zu messen. Unter ihnen waren auch die Frauen aus Klein Germersleben, die leider keine Konkurrentinnen auf Augenhöhe fanden – aber dafür in der Kategorie "Frauen" auch von vornherein als Sieger feststanden. Dennoch gaben sie im Löschangriff alles, ebenso wie ihre männlichen Kollegen. Und auch bei der Disziplin Knoten zeigten sie, dass sie Geschick haben und konnten es dabei sogar mit mancher Männermannschaft aufnehmen.

Eggenstedts Ortswehrleiter Lothar Grabowski war angesichts der vielen Gäste sehr angetan, denn auch am Abend zuvor hatten viele Wehren bei der Festveranstaltung ihre Glückwünsche zum runden Geburtstag der Wehr persönlich überbracht. Ebenso waren auch einige hochrangige Vertreter der Feuerwehr anwesend, beispielsweise der Kreisbrandmeister Horst Nitzer und der Abschnittsleiter Kai Pluntke.

Horst Nitzer überbrachte nicht nur die Glückwünsche, sondern übernahm auch gleich noch die ehrenvolle Aufgabe, Ortswehrleiter Lothar Grabowski und dessen Stellvertreter Wolf-Dieter Wilde mit der Feuerwehrspange für ihr ehrenamtliches Engagement. Während des anschließenden gemütlichen Beisammenseins hatte auch der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Feuerwehr in Eggenstedt, Marko Pankrath, noch eine Überraschung parat. Er beeindruckte die Gäste mit einem Ständchen auf seiner Querflöte.

"Ich möchte mich speziell bei den Frauen bedanken, die für die Bewirtung der Gäste an diesem Abend gesorgt haben", erklärte Lothar Grabowski im Nachhinein und schließt bezüglich des gesamten Festes auch alle anderen fleißigen Hände mit ein, die irgendwo mit angepackt haben und so zum Gelingen begetragen haben.

Nachdem die Damen und Herren der Feuerwehr ihre sportlichen Leistungen unter Beweis gestellt hatten, wurde es am Nachmittag des Sonnabends noch einmal musikalisch. Das Landpolizeiorchester Sachsen-Anhalt spielte im Festzelt am Feuerwehrhaus auf und lud so nochmals zum gemütlichen Zusammensein. Bei Tanz klang das Fest erst in der Nacht aus.

In der Eggenstedter Feuerwehr sind derzeit 21 Kameraden aktiv, dank einer funktionierenden Jugendwehr muss ihnen auch um Nachwuchs nicht Bange sein. Ein wichtiger Höhepunkt in der 110-jährigen Geschichte der Wehr war wohl der Neubau des Gerätehauses im Jahr 2002. Da die Technik schon 30 Jahre und älter ist, hoffen die Kameraden auf ein neues Fahrzeug, aber bisher scheiterte der Wunsch an den Finanzen.

 

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