Remkersleben. Ein Stück Remkersleber Geschichte wird in jedem Jahr zum Kindertag gelebt. Und so schlossen sich auch am Freitag – diesmal aus organisatorischen Gründen ein paar Tage vor dem Kindertag – viele Kinder mit Eltern oder Großeltern dem bunten Zug an, der sich angeführt vom Spielmannszug aus Groß Rodensleben am Abend durch die Straßen des Klein Wanzleber Ortsteils zog. Mittendrin natürlich auch die Kinder, die in Trachten gekleidet in ihren Kiepen die Seesemmeln auf dem Rücken trugen.

Traditionell wurden diese süßen Semmeln bei der Ankunft auf dem Eichplatz an Klein und Groß verteilt. Ortsbürgermeister Christian Becker erzählte der Volksstimme auch die Geschichte zu den Seesemmeln, die auch in der Remkersleber Chronik verbrieft ist: Mitte des 19. Jahrhundert habe der Pfarrer Moritz Korn, der auch die Remkersleber Kirche bauen ließ, die Wiesen in Remkersleben trockengelegt. Er habe in Folge dessen aber auch verfügt, dass die Bauern des Ortes, einmal im Jahr den Kindern eine Semmeln kostenlos zur Verfügung stellen mussten. Eines Tages aber sei die Tradition aber eingeschlafen.

Lisa Gebhardt ist es zu verdanken, dass dieser schöne Brauch wiederbelebt wurde und so seit etwa zwanzig Jahren einmal jährlich wieder zu einem Höhepunkt im kulturellen Leben des Ortes ist.