Der Winter hat viele Seiten: Rodelspaß, Eisglätte, Räumprobleme und Skivergnügen. Zu den "dunklen" Seiten gehört die Störung der Straßenbeleuchtung mal hier, mal dort. In Stiege sorgt das Problem seit etwa einem Jahr öfter für Bürgerkritik. Eine dauerhafte Lösung ist in Arbeit, schwieriger als gedacht und noch nicht in Sicht.

Stiege. "Die Kirchstraße ist eine Bundesstraße mit nur einem, teilweise gar keinem Gehweg. Wenn dann auch noch die Straßenbeleuchtung ausfällt, besteht große Gefahr für Fußgänger beim Betreten der Straße." Darauf weist Rolf Wachsmuth aus Stiege hin, im Namen etlicher Anwohner, wie er hervorhebt. Denn Rolf Wachsmuth wohnt in der Kirchstraße, die als B 242, quasi die Einflugsschneise für den Verkehr von Harzgerode her ist – viel und oft auch zu schnell befahren.

"Gerade als kürzlich die Schneemassen lagen oder auch, wenn einige Anwohner den Fußweg nicht beräumten, mussten Fußgänger auf die Straße ausweichen, und dann abends im Dunkeln...", so der Anwohner weiter.

Er selbst, so Rolf Wachsmuth, habe seit etwa einem Jahr immer wieder bei der Verwaltung auf das Problem aufmerksam gemacht. Dann hätten die Lampen wieder ein paar Tage geleuchtet - und seien wieder verloschen. "Wahrscheinlich wird einfach nur eine Sicherung wieder hereingedrückt, und das war‘s", vermutet der Stieger. Er hat Recht, aber nur zum Teil.

Natürlich werde die Sicherung hereingedrückt, wenn das nötig sei, um das Problem einer dunklen Straßenbeleuchtung zu lösen, aber nicht nur, betont Dieter Bock, in der Stadt Oberharz Bauamtsleiter und zuständig auch für die Straßenbeleuchtung, auf Nachfrage

Gerade nach den Bürgerhinweisen schon im vergangenen Sommer sei nach der Ursache gesucht, ein Kabelfehler gefunden und beseitigt worden, so der Bauamtschef weiter. "Entweder war das nicht der richtige Fehler, oder es gibt schon wieder neue Schwachstellen." Das komme derzeit in anderen Orten auch vor.

Straßenlampen fielen plötzlich aus, weil vor zehn oder 15 Jahren beim Bau der Beleuchtung ein Kabel vielleicht nur leicht beschädigt wurde, die Stelle aber mit der Zeit roste und jetzt erst als Fehler in der Stromzufuhr zutage trete. Vornehmlich bei Feuchtigkeit, so die Erfahrung.

Die Suche nach derartigen verdeckten Schadstellen sei immer sehr aufwändig und teuer, so der Bauamtsleiter weiter. Nicht selten müsse ein Messwagen gechartert und herangefahren werden, und das ohne Garantie, dass der Fehler vom Messwagen-Team auch gefunden wird. Selbst Fachleute stünden mitunter vor einem Rätsel, so Dieter Bock ehrlich gegenüber der Harzer Volksstimme: "Wir wissen momentan nicht, woran es liegt, wir suchen und arbeiten an der Lösung, soweit das jetzt im Winter möglich ist."

Vorbild Hasselfelde? Stimmt nur bedingt!

Ähnliche Probleme habe es in Benneckenstein, Elbingerode und anderswo in Stadt Oberharz auch schon gegeben, sagt der Bauamtschef. "Stieges Kirchstraße scheint nun wieder ein Schwerpunkt zu sein." Jetzt im Winter müsse nun mit provorischen Lösungen versucht werden, bis in den Frühling zu kommen, um dann erneut mit der Fehlersuche am Ortsausgang Stiege nach Harzgerode zu beginnen.

Rolf Wachsmuth und weitere Anwohner warten darauf. "Ich staune immer über die Blankenburger Straße in Hasselfelde, die B 81, die hat sogar zwei Fußwege, und da brennt immer das Licht", meinte der Stieger mit Blick auf seine eigene, partiell dunkle Straße, Motto: Wenn es dort funktioniere, warum nicht auch hier?

Doch die B 81 in Hasselfelde ist nur bedingt ein Vorbild: Dieter Bock: "Dort hatten wir vor zwei Jahren auch immer wieder Ausfälle und haben lange gesucht, bis das Problem behoben werden konnte."

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