Wieder hat der Feuerteufel in Ilsenburgs "Café am Heizhaus" zugeschlagen. Doch er belässt es dieses Mal nicht nur mit dem Anzünden eines Papiercontainers. Der angerichtete Sachschaden am Gebäude ist ungleich höher. Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) machte sich gestern Vormittag ein Bild von der angerichteten Zerstörung. Er reagierte empört auf die wiederholten Brandanschläge.

Ilsenburg (rar). Wieder hat es rund um das "Café am Heizhaus" in Ilsenburg gebrannt. Handelt es sich bei den mittlerweile fast zehn Bränden um politisch motivierte Straftaten? Diese Frage bewegt viele in der Ilsestadt.

Sind diese Brände politisch motivierte Straftaten?

Das "Heizhaus" ist das Domizil des Vereins "Kultur, Bildung und Freizeit". Im übrigen 2010 mit der "Ilsenburger Eller" ausgezeichnet, weil man sich überparteilich engagiert und das kulturelle Angebot in der Ilsestadt für junge Leute nachhaltig bereichert.

Weil es der oder die Täter nicht bei einem angezündeten Container beließen – der freilich auch erneut brannte – ist der gestern angerichtete Sachschaden ungleich höher.

Am Freitagmorgen wurden gegen 4.40 Uhr die Ilsenburger Feuerwehrleute alarmiert. Zu dieser frühen Stunde hatte im Tiergarten eine Frau bereits vergeblich versucht, das Feuer vor der Goethe-Schule mit einem Wassereimer zu löschen.

Das sollte erst mit dem Eintreffen des ersten Löschzuges gelingen. Den Kameraden kam dabei offenbar zugute, dass sich vergleichsweise wenig Papier in dem Container befand, was über eine längere Zeit hätte brennen können. Eine Viertelstunde später stellten die Feuerwehrleute fest, dass in das gegenüberliegende "Café am Heizhaus" eingebrochen wurde und die hinteren Räume ebenfalls brannten.

Plötzlich bekam dieser, zunächst harmlos scheinende, Löscheinsatz eine ganz andere Dimension. Per Sirene wurden auch die restlichen Mitglieder der Ilsenburger und Drübecker Wehren informiert. Gleichzeitig hatte man die Kollegen aus Wernigerode mit einer Wärmebildkamera angefordert. Die Löscharbeiten am Vereinshaus wurden durch die verschlossenen Türen zunächst behindert. Aber auch in diesem Fall konnten die Wernigeröder Feuerwehrleute maßgebliche Hilfe leisten. Gegen 7 Uhr war der Einsatz Am Tiergarten beendet.

Hoffe sehr, dass die Polizei schnell den oder die Täter findet

Die Räume sind zurzeit dermaßen verrußt, dass sie bis auf weiteres nicht mehr zu nutzen sind. Fachleute sprechen von einem "erheblichen Sachschaden", ohne ihn gestern bereits genauer beziffern zu können.

Noch bevor der Brandursachenermittler der Polizei eintraf, machte sich Bürgermeister Denis Loeffke ein Bild vom Ausmaß der vorsätzlichen Zerstörung: "Ich halte das für eine riesengroße Sauerei, die Mühe der Jugendlichen derart zu missachten. Ich verurteile das aufs Schärfste, und ich hoffe sehr, dass die Polizei schnell den oder die Täter findet."