Wernigerodes Wahrzeichen ist jetzt um eine Attraktion reicher. Dank zweier glücklicher Zufälle und der Unterstützung durch die Gesellschaft der Freunde des Schlosses konnte eine Johanniteruniform mit Umhang erworben werden.

Wernigerode. Im Vorraum des in seiner Ausstattung aus dem Jahre 1888 original erhaltenen Arbeitszimmer von Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode hat die Neuerwerbung ihren Platz gefunden. Eine historische Uniform des evangelischen Johanniter-Ordens. Gleich zwei erfreuliche Umstände haben dazu geführt, sie endlich zeigen zu können, sagt Geschäftsführer Christian Juranek. So konnten zum einen Uniformrock und Hose von Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode (1772-1854) bei einer Auktion in Hamburg ersteigert werden.

Über die andere glückliche Fügung berichtet Eva-Maria Hasert. Die Kustodin: "Zur Uniform fehlte uns noch der Umhang für die Darstellung." Und: "Alles, was ich versucht habe, verlief im Sande." Bis zu einem Telefonat im Spätsommer 2010. Da sei sie wegen einer anderen Angelegenheit in Kontakt mit Ernst von Schönfeldt getreten. Dieser habe sich dabei als Johanniter zu erkennen gegeben. Ihrer daraufhin geäußerten Bitte um Hilfe sei von Schönfeldt nachgekommen. Eva-Maria Hasert: "Wenig später hat er sich gemeldet, ein Ordensbruder von ihm könne das organisieren."

Dieser heißt Gunno-Christoph von Stumpfeld. Zur Übergabe ist er aus Mahndorf bei Halberstadt angereist. Gemeinsam mit dem in Ermsleben (Falkenstein/Harz) beheimateten Ernst von Schönfeldt breitet er den Umhang über die Uniform. Letzter schmunzelt: "Frau Hasert, wenn Sie nicht so nett gewesen wären ..." Die Beschaffung eines solchen Stückes sei nämlich sehr schwierig, weil sich beispielsweise Witwen nur sehr selten vom Nachlass ihres verstorbenen Gatten trennen.

Für das Schloss ist die Neuanschaffung von erheblicher historischer Bedeutung, betont die Kustodin. Henrichs Enkel Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837-1896) war ab 1858 Ehrenritter. 1867 wurde er zum Reichsritter geschlagen und ein Jahr später Regierender Kommendator von Preußen.

Einen großen finanziellen Anteil daran, dass die Stücke erworben werden konnten, hat einmal mehr die Gesellschaft der Freunde des Schlosses Wernigerode. Deren Vorsitzender Ludwig Hoffmann sowie die Vorstände Harald Rautenbach und Eberhard Schröder sind zu der Übergabe erschienen. Hoffmann: "Wir müssen unseren jährlich rund 180 000 Besuchern immer wieder neue Attraktionen bieten." Deren nächste lässt übrigens nicht lange auf sich warten. Am Montag wird der Verein ein wertvolles Crola-Bild überreichen.