Die Ausstellung mit den Puppenstuben von Elisabeth Henneberg ist im
Heimatmuseum Altenbrak, Unterdorf 5, zu bestaunen. Es ist dienstags von
8.30 bis 12 Uhr und 12.30 bis 17.30 Uhr sowie freitags von 8.30 bis
15.30 Uhr geöffnet.

Blankenburg/Altenbrak l "Ein jeder Mensch sucht ein Fleckchen, braucht sein Eckchen, manchmal auch mit Spitzendeckchen" - Dieser Spruch passt gut zu Elisabeth Henneberg. Die gebürtige Altenbrakerin hat in Blankenburg ihr "Fleckchen" zum Leben gefunden. In ihrem kleinen Häuschen frönt die Rentnerin seit Jahren einer ganz besonderen Leidenschaft: Sie bastelt Puppenstuben.

Angefangen hat es mit dem Fund eines Vier-Zimmer-Gehäuses auf dem Sperrmüll. "Der Spaß am Sanieren und Einrichten verführte dazu, weitere Stuben selbst zu bauen", erzählt sie. Und ihrer Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Kein Stückchen Pappe, kein Plastikteilchen, kein Stoffrest und kein Werbeprospekt sind seither vor ihr sicher. "Zuerst denke ich, das kannst du noch dafür oder dafür verwenden", erzählt die 78-Jährige von der Kunst, aus allen möglichen Dingen kleine Miniaturlandschaften in der Größe eines Schuhkartons entstehen zu lassen.

Da werden aus leeren Streichholzschachteln Schubläden für eine barocke Kommode, aus Zahnstochern kleine Notenständer und aus der Öffnungslasche einer Hundefutter-Dose schwupps ein Tortenheber. Fast alles ist selbstgemacht. "Mir geht es vor allem um Details", sagt Elisabeth Henneberg, die beim Ausstatten einer Puppenstube nahezu an alles denkt und nur das Allernötigste dazukauft.

So finden sich in ihrer nachgebauten Schule anno 1945 nicht nur die bekannten Schautafeln mit heimischen Tieren, sondern auch Dreieck, Lineal und Winkelmesser, ein Ofen mit Feuerhaken und Kohlenkorb, Schultaschen an den Bänken und die obligatorischen Schiefertafeln für jeden Schüler. Der gestrenge Lehrer findet sich in diesem Szenario ebenso wieder, wie der Lausbub in der letzten Reihe, der ein Mädchen an den Zöpfen zieht.

"So war das damals. Da wurden noch alle Jahrgänge in einem Klassenraum unterrichtet", erinnert sich Elisabeth Henneberg an ihre Schulzeit. Aber auch ihre Bäckerei, der Spielzeugladen, der Salon einer Klavierlehrerin bis hin zu einer Heiligabend-Szene - inspiriert durch den schwedischen Maler Carl Larsson - spiegeln eine Idylle wieder, die längst verloren scheint. "Eine heile, glückliche Familie - wo gibt\'s das noch?", fragt Elisabeth Henneberg.

Mit ihren filigranen Kunstwerken möchte sie aber gerade das den Menschen näherbringen. "Die Wohnung einer glücklichen Familie und die gute Stube von Tante Trude. Ich hoffe, das kommt bei den Besuchern an", sagt sie. Richtig glücklich ist die gebürtige Altenbrakerin, dass ihre Puppenstuben - inzwischen an die 50 - im Heimatmuseum in ihrem Geburtsort eine Stelle gefunden haben, wo sie der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ergänzt wird die sehenswerte Schau durch eine komplett erhaltene Puppenstube aus den 60er/70er Jahren der Blankenburgerin Silke Jüngling.

Derweil gehen Elisabeth Henneberg, die als Kunsterzieherin unter anderem in den Schulen in Schwanebeck und Heimburg unterrichtete, die Ideen nicht aus. Sie reichen von einer Reise-Puppenstube in einer Zigarrenkiste bis hin zu einer zusammenschiebbaren Vierraum-Wohnung.

   

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