Das Argenta-Gelände ist vom Ordnungsamt inspiziert worden. Nun soll das Areal der ehemaligen Schokoladenfabrik in Wernigerodes Stadtteil Hasserode abgesperrt werden. Doch dafür muss der Eigentümer kontaktiert werden - und das stellt das Ordnungsamt vor ungeahnte Probleme.

Von Julia Bruns

Wernigerode l Der erste Schritt ist getan - Mitarbeiter vom Wernigeröder Ordnungsamt und vom Gesundheitsamt des Landkreises haben sich vor Ort ein Bild vom heruntergekommenen Zustand des Argenta-Geländes in Wernigerode gemacht.

"Wir haben gefährliche Gegenstände sofort beräumen lassen", sagt Ordnungsamtsleiter Gerald Fröhlich gegenüber Volksstimme. So sei bei der Begehung unter anderem ein Kühlschrank entdeckt worden. Da das Kühlmittel austreten und die Umwelt schädigen könnte, musste das Elektrogerät sofort vom Gelände abtransportiert werden.

Der nächste Schritt sei, die Zugänge zum Gelände zu versperren. So sollen neugierige Spaziergänger und Kinder davon abgehalten werden, auf das Areal zu gelangen. Sie könnten sich dort verletzen. Berge an Bauschutt, stapelweise Müllsäcke, alte Matratzen und ausgediente Möbel - auf dem Grundstück der einstigen Schokoladenfabrik herrscht das reinste Chaos.

Gerald Fröhlich steht derweil vor der schwierigen Aufgabe, den Eigentümer zu kontaktieren. Das Problem: Der Wernigeröder Unternehmer ist nicht auffindbar, keine seiner offiziellen Adressen stimmt. Briefe vom Ordnungsamt werden nicht zugestellt. "Wir müssen dem Eigentümer die Chance einräumen, selbst tätig zu werden. Erst wenn er das ausschlägt, dürfen wir eingreifen", erklärt er.

Das Ordnungsamt befinde sich somit in einem "schwebenden Verfahren", muss dem Mann ein Ultimatum mitteilen. Bis Ende Januar, schätzt Fröhlich, werde vorerst nichts auf dem Argenta-Gelände geschehen. "Es besteht keine akute Gefahr, deshalb sehen wir keinen Grund, in Vorleistung zu gehen", so Fröhlich. Etwa 1000 Euro kostet das Absperren und Sichern des Geländes.

 

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